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Blasenkrebs

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt

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Allgemeines
Ursachen
Symptome
Diagnose
Behandlung

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Allgemeines

Ca. 6% aller bösartigen Tumoren im Erwachsenenalter sind Blasencarzinome und damit sehr häufig, insb. im 7. Lebensjahrzehnt, wobei Männer 3 Mal so häufig betroffen sind wie Frauen.

Ausgehend von der inneren Blasenwandschicht, der sog. Blasenschleimhaut kann es in die Tiefe der Muskulatur und ins Fettgewebe durchdringen. Notwendige Therapiemaßnahmen gleich wie die Prognose sind abhängig von dem Befall durch die Krebszellen.
So unterscheidet man oberflächliche Blasencarzinome, die lediglich die innerste Schleimhaut und die zweite Bindegewebsschicht betreffen.
Daneben die muskelinfiltrierenden Tumoren, die die Muskulatur oder gar das Fettgewebe und die Umgebung betreffen. Die weitere zusätzliche Einteilung unterscheidet die Aggressivität der Tumorzelle selbst, die von Grad 1 bis Grad 4 (höchste Aggressivität) eingeteilt wird.


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Ursachen

Obwohl es genetische oder familiäre Veranlagungen gibt, sind diese letztendlich nicht geklärt. Sicherlich sind sog. Karzinogene oder krebserregende Stoffe in der Nahrung bzw. in der gesamten Umgebung mit anzuschuldigen, insb. bestimmte Farbstoffe in der Gummi- und Textilindustrie beinhalteten krebsauslösende Substanzen, so daß bei diesen Patienten der Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt wurde. Ein ganz sicher 3-bis 6-fach höheres Risiko tragen die Raucher. Langjährige Schleimhautreizungen durch Entzündung oder Blasenkatheter sind ebenfalls mit einem hohen Blasencarzinomrisiko verbunden.


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Symptome

Häufigstes Symptom ist die sog. Mikrohämaturie (mit dem Auge nicht, sondern nur unter dem Mikroskop erkennbare rote Blutkörperchen) im Urin, ohne sonstige Schmerzen beim Wasserlassen. Urologisch ist dies immer tumorverdächtig. In selteneren Fällen tritt eine sichtbare Blutung (Makrohämaturie) auf. Schmerzen beim Wasserlassen in der Blase oder im Unterbauch sprechen immer für einen fortgeschrittenen Tumor. Bei älteren Patienten mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen sollte ggfs. immer auch ein Tumor ausgeschlossen werden.


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Diagnose

Bei Verdacht auf Blasencarzinom ist immer eine Cystoskopie (Blasenspiegelung) notwendig. Röntgenuntersuchungen des oberen Harntraktes durch Ausscheidungsurogramm lassen die Nieren und das Nierenbeckenkelchsystem sowie den Harnleiter zusätzlich gut beurteilen. Zelluntersuchungen des Urins können schon im Vorfeld etwas über die Aggressivität des Tumors aussagen. Klassische Tumormarker sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine zuverlässigen Parameter.


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Behandlung

In der Behandlung ist strikt zwischen sog. oberflächlichen und muskelinvasiven Tumoren zu unterscheiden.
Oberflächliche Tumore werden mit Hilfe eines Resektoskopes durch die Harnröhre mit einer elektrischen Schlinge abgetragen. Zur Beurteilung der Tiefe werden tiefe Schichten entnommen, zusätzlich werden aus dem Rand Gewebsproben entnommen, um auch diese zu beurteilen. Verdächtige Stellen werden durch eine Probeentnahme zusätzlich histologisch untersucht.
ALA Diagnostik bzw. Resektion Erhöht werden kann die Treffsicherheit durch das Einbringen eines Farbstoffes in die Blase, der den Tumor und vor allem verdächtige Stellen aufleuchten läßt. Dies trifft vor allem für das sog. Carzinoma in situ zu, welches nicht als Gewächs in die Blase hineinragt, allerdings ganz erheblich aggressive Zellen in der Schleimhaut trägt.
Da die Rezidivrate (Wiederauftreten an einer anderen Stelle) des oberfächlichen Blasencarzinoms zwischen 50-70% liegt, empfiehlt sich ein frühes Einbringen eines Chemotherapeutikums innerhalb von 24 Std. nach der transurethralen Resektion, um ein erneutes Wachstum von Tumoren durch verstreute Zellen während der Operation zu vermeiden. Auch eine Langzeitinstillationstherapie eines Chemotherapeutikums (topische Chemotherapie) kann die Rezidivrate deutlich vermindern.
Insbesondere scheint man von der Frühinstillation (innerhalb von 24 h nach der transurethralen Resektion) eine Verminderung der Rezidivrate (erneutes Auftreten von Blasentumoren) um 50% zu erreichen.
Bei hochaggressiven Carzinoma in situ (zwar nur die innerste Schicht betreffend, aber in der Zellart hochaggressiv bis G4, damit sehr schnell invasiv einwachsend) empfiehlt sich die immuntherapeutische Behandlung mit BCG (Tuberkulose-Impfstoff, der etwas denaturiert bzw. abgetötet ist).
Bei muskelinvasiven Tumoren ist bei entsprechender Lebenserwartung und bei noch gutem Allgemeinzustand der Patienten eine komplette Entfernung der Blase mit den entsprechenden Lymphknoten erforderlich. Nach Entfernung der Blase muß durch rekonstruktive Eingriffe die Harnbleitung von der Niere wieder möglich gemacht werden. Hierzu gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Ileumconduit: Hierbei handelt es sich um ein ausgeschaltetes Dünndarmsegment, welches in die Bauchwand, wie ein künstlicher Ausgang (Stoma) eingeleitet wird. Hier werden die beiden Harnleiter eingepflanzt.
  • Pouch: Ein Pouch ist ebenfalls ein Reservoir aus ausgeschaltetem Darmanteil, in den die Harnleiter eingepflanzt werden. Wird dieses Reservoir in den Nabel angenäht, so kann sich der Pat. regelmäßig (ca. 4-8 Mal am Tag) mit einem Katheter entleeren.
  • Ersatzblase oder Neoblase: Ebenfalls aus Darm gebildetes Urinreservoir, was an die Harnröhre angeschlossen wird, so daß die Blase auf natürlichem Wege wieder entleert werden kann, allerdings üblicherweise durch Bauchpresse, z.B. wie beim Stuhlgang. Gelegentlich ist es bei unzureichender Entleerung notwendig, durch Selbstkatheterismus die neue Blase zu entleeren.
  • Mastdarmblase: Hierbei wird die Kontinuität des unteren Darmabschnittes in ein Reservoir umgewandelt und die Harnleiter eingepflanzt, so daß Urin und Kot zusammen entleert werden können. Auch hier ist kein Beutel nach außen notwendig.
  • Bestrahlung: Die Bestrahlung ist heute in der Regel kombiniert mit einer Chemotherapie (die sog. Radio-Chemotherapie) und kommt bei inoperablen Patienten in Frage.
  • Chemotherapie: Fortgeschrittene Carzinome mit Tochergeschwülsten bedürfen einer Chemotherapie mit Zytostatika mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Obwohl diese Substanzen bei relativ guter Wirksamkeit und neuerdings geringeren Nebenwirkungen eingesetzt werden, läßt sich hierdurch eigentlich keine Heilung, allerdings eine Verbesserung der Lebensqualität, der Schmerzen und in gewisser Weise auch eine Lebensverlängerung erzielen.

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