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Bakterielle Entzündungen

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt

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Allgemeines
Blasenentzündung
Prostataentzündung
akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

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Allgemeines

Bakterielle Entzündungen im Bereich der Niere und des ableitenden Harntraktes sind gekennzeichnet durch

  • Bakterien im Urin
  • weiße Blutkörperchen im Urin
  • bei Beteiligung von Organen, wie z.B. der Niere und der Prostata:

Erhöhung der weißen Blutkörperchen und des c-reaktiven Proteins (CRP) im Blut sowie Schmerzen, Fieber und häufig Schüttelfrost

Bei jeder bakteriellen Entzündung wird eine Urinkultur angelegt. Das bedeutet, es werden die Bakterien vom Urin des Patienten angezüchtet und auf die Empfindlichkeit verschiedener Antibiotika getestet. Dieses Anzüchten dauert 3 Tage. Das bedeutet, nach 3 Tagen weiß der Arzt, ob das verabreichte Antibiotikum die Keime tötet. Es gibt aber Erfahrungswerte, so dass das vorab vom Arzt verabreichte Medikament in über 90 % die Keime schon abtötet.

Grundsätzlich gilt:
Fieberhafte Harntraktinfektionen werden mit Antibiotika-Infusionen/Spritzen, nicht fieberhafte mit Antibiotika-Tabletten behandelt. Daher macht eine fieberhafte Harntraktinfektion häufig eine stationäre Behandlung erforderlich.

Bei fieberhaften Infektionen der Harnwege besteht die Gefahr, eine Blutvergiftung (sog. Urosepsis) zu bekommen. Diese kann lebensbedrohlich werden. Daher werden fieberhafte Harnwegsinfektionen so gut wie nie ambulant behandelt.


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Blasenentzündung


Symptome, die vorkommen können:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • starker, gelegentlich nicht zu unterdrückender Harndrang
  • häufiges Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • kein Fieber


Ursachen für wiederkehrende Blasenentzündungen:

  • Blasenentleerungsstörung bei z. B. vergrößerter Prostata oder Harnröhrenenge
  • Blasensteine
  • zu leichte Kleidung
  • mangelnde Hygiene
  • Geschlechtsverkehr (Honeymoon-Cystitis)


Behandlung:
Die reine Blasenentzündung wird 3 Tage mit Antibiotika-Tabletten behandelt.
Bei der Honeymoon-Cystitis reicht eine einmalige Antibiotika-Gabe.
Für wiederkehrenden Blasenentzündungen gibt es die sog. Vakzination oder Impfung gegen die Keime. Vorher sollte aber eine Abklärung der Ursache erfolgen!


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Prostataentzündung, akute

  • schweres Krankheitsgefühl
  • Unterbauchschmerzen/Schmerzen am Damm
  • erschwertes Wasserlassen
  • Harnverhalt
  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Fieber, Schüttelfrost


Behandlung:
Eine akute bakterielle Prostataentzündung kann nicht ambulant behandelt werden. Neben einer antibiotischen Behandlung durch Spritzen/Infusionen ist die Urinableitung über einen kleinen Bauchdeckenkatheter erforderlich. Die Prostata wird somit „ausgeschaltet“ und kann in Ruhe heilen. Es besteht sonst die Gefahr der Entwicklung eines Prostataabszesses (Eiterherd). Dieser müsste punktiert werden.
Die antibiotische Behandlung wird nach ein paar Tagen auf Tabletten umgestellt, die der Patient insgesamt 6 Wochen einnehmen muss.

Ist der Patient fieber- und beschwerdefrei, kann der Bauchdeckenkatheter abgeklemmt werden und getestet werden, ob eine restharnfreie Blasenentleerung möglich ist. Wenn ja, kann der Katheter entfernt werden. Andernfalls wird er belassen, der Patient geht mit dem Katheter nach hause. Ambulant wird weiterhin der Restharn geprüft. Falls nach 6 Wochen keine ausreichende Blasenentleerung möglich ist, muss die Prostata ausgeschält werden. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel Prostatavergrößerung, gutartig.



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Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

  • schweres Krankheitsgefühl
  • Rückenschmerzen
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin


Die Nierenbeckenentzündung betrifft meist nur 1 Niere und ihr geht häufig eine Blasenentzündung voraus. Die Bakterien kommen fast immer von der Harnblase über den Harnleiter in das Nierenbecken.

Ursachen:

  • Harnleiterengen
  • Reflux (Rückfluss des Urins von der Harnblase in das Nierenbecken)
  • Steine
  • Schwangerschaft


Behandlung:
Bei einer fieberhaften Nierenbeckenentzündung muss durch eine Ultraschalluntersuchung eine Harnstauung ausgeschlossen werden. Falls eine Harnstauung vorliegt, muss das Nierenbecken durch ein kleinen Katheter drainiert werden. Dieser Katheter wird in örtlicher Betäubung gelegt und bleibt bis zur Behebung der Ursache der Harnstauung liegen. Parallel wird die Entzündung mit Antibiotika-Spritzen/Infusionen und Schmerzmitteln behandelt.
Der Patient hat mehre Tage strenge Bettruhe.

Es sollten kurzfristig Ultraschallkontrollen durchgeführt werden, um die Entwicklung von Nierenabszessen (Eiterherde) auszuschließen. Diese sollten ultraschallgesteuert abpunktiert werden. Selten ist bei multiplen (vielen) Abszessen eine Nierenfreilegung und Eröffnung der Nierenkapsel zum Abfluss des Eiters notwendig.

Die antibiotische Behandlung kann nach ca. 1 Woche auf Tabletten umgestellt werden.
Bei unkompliziertem Verlauf (ohne Harnstauung oder Ausbildung von Nierenabszessen) kann die Entzündung dann ambulant ausbehandelt werden.

Andernfalls muss die Ursache Harnabflussstörung beseitigt werden, ehe der Nierenkatheter entfernt werden kann.

Eine Nierenbeckenenttzündung in der Schwangerschaft ist eine relativ häufige Komplikation, wobei meist die rechte Niere betroffen ist. Sowohl die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft mit Beweglichkeitsverlust des Harnleiters sowie zusätzliche mögliche Einengungen durch die große Gebärmutter sind Ursachen der Pyelonephritis. Entsprechende Antibiotika, die das Kind nicht schädigen, sind auch hier notwendig. In seltensten Fällen ist hier eine Harnableitung erforderlich.

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