Hodenhochstand
Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
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Allgemeines
Üblicherweise sollten bei der Geburt eines männlichen Säuglings die Hoden beidseits im Hodensack liegen. Der Hodenhochstand (Maldeszensus testis) kann einen oder beide Hoden betreffen. Man unterscheidet:
- Bauchhoden (der Hoden ist im Bauch verblieben, gar nicht zu tasten)
- Leistenhoden (der Hoden ist in der Leiste zu tasten)
- Gleithoden (der Hoden ist in der Leiste zu tasten, kann in den Hodensack gezogen werden, rutscht aber schnell wieder nach oben)
- Pendelhoden (liegt überwiegend unten im Hodensack und wird nur durch einen Muskel-Reflex in der Leiste nach oben gezogen)
Behandlung
Spätestens bis zur Vollendung des 2.Lebensjahres sollten die Hoden regelrecht im Hodensack liegen. Hormontherapie: Die Hormontherapie bedeutet, dem Kind werden Hormone gegeben. Die Dosis ist alterabhängig. Die Gabe erfolgt in Form von Spritzen, die 1x wöchentlich verabreicht werden oder in Form eines Nasensprays, das 3x täglich eingenommen werden muss. Durch beide Methoden kann in ca. 30 % ein Erfolg erzielt werden, allerdings nie beim Bauchhoden. Bei Misserfolg der Hormonkuren sind operative Maßnahmen notwendig. Operation: Hierbei wird durch einen Leistenschnitt der Hoden von seinen umgebenden Verwachsungen soweit gelöst, die Gefäße sauber dargestellt, so dass sie sich strecken können und der Hoden mühelos in den unteren Hodensackbereich eingelegt werden kann. Die Operation kann ambulant durchgeführt werden.
Gründe für die Notwendigkeit einer Operation bei Misserfolg der Hormontherapie
- Gefahr der Ausbildung eines Hodenkrebses Ein Bauch- oder Leistenhoden hat eine 40 Mal höhere Tendenz, einen Hodenkrebs zu entwickeln. Diese Gefahr der malignen Entartung kann nicht komplett durch die Operation beseitigt, aber doch um mehr als die Hälfte reduziert werden. Daraus ergibt sich, dass sowohl die Eltern gleich wie der im jugendlichen Alter aufgeklärte junge Mann regelmäßig seine Hoden selbst untersuchen und sich mindestens 1x jährlich beim Urologen vorstellen sollte.
- Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit Die Temperatur im Hodensack ist ca. 2°C kühler als in der Leiste oder im Bauch. Ein hoch stehender Hoden wird dauernd überwärmt, was eine Fehlentwicklung der Spermien zur Folge haben kann. Je früher der operative Eingriff erfolgt, desto besser ist später die Zeugungsfähigkeit (Grenzalter 2.Lebensjahr).
- Höheres Verletzungsrisiko Ein Hoden im Leistenbereich birgt durch Druck und Quetschung die Gefahr der Traumatisierung.
- Kosmetische Gründe Es kann durch einen fehlenden Hoden im Hodensack zu psychischen Störungen der Kinder kommen.

