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Hodenschmerz

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt

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Allgemeines

Hodentorsion

Hydatidentorsion

Leisten- oder Hodenbruch

Hodentrauma

Epididymitis

Orchitis

Krampfader des Hodens (Varicocele)



Allgemeines

Als ein akutes Skrotum bezeichnet man einen plötzlich einsetzenden Schmerz im Bereich des Hodensackes, häufig verbunden mit Schwellung, Überwärmung, Rötung und Berührungsempfindlichkeit. Ursachen sind:

  • Hodentorsion
  • Hydatidentorsion
  • Leisten- oder Hodenbruch
  • Leistenbruch / offener Processus vaginalis testis
  • Hodentrauma
  • Epididymitis
  • Orchitis
  • Krampfader des Hodens (Varicocele)

 

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Hodentorsion

Schwellung und Rötung sowie heftigste Schmerzen werden durch eine plötzliche Drehung des Hodens und Nebenhodens im Hodensack hervorgerufen. Durch Unterbrechung der Blutversorgung, durch fehlenden Abfluss des venösen Blutes kommt es nach 6 Stunden zu einem Absterben des Organs, wenn nicht rechtzeitig eine operative Versorgung erfolgt. Ursachen sind angeborene Anomalien mit sehr beweglichem Hoden bei sehr langen Hodenhüllen. Durch plötzliche Drehbewegung, häufig im Schlaf, kommt es zur Verdrehung des Hodens, ohne dass er sich wieder in die richtige Lage zurückdreht. Die Folge sind Schwellung und Rötung sowie heftigste Schmerzen in der Leiste. Durch Unterbrechung der Blutversorgung, durch fehlenden Abfluss des venösen Blutes kommt es nach 6 Stunden zu einem Absterben des Organs.
Dringende Sofortmaßnahme: Sofortiges Aufsuchen eines Arztes, am besten eines Urologen, da nur durch eine frühzeitige Operation der Hoden gerettet werden kann.
Ein wichtiger Tipp: Dem Kind sollte nichts mehr zu Essen und Trinken gegeben werden, (meist werden noch Eis oder Süßigkeiten verabreicht, weil es zum Arzt muss), damit die notwendige Narkose bei einem nüchternen Patient durchgeführt werden kann.
Operation: Die Operation selbst erfolgt über einen kleinen Schnitt im Hodensack. Der freigelegte Hoden wird wieder in die richtige Lage gebracht. Nachdem er sich erholt hat, wird der Hoden dann an den Hodenhüllen festgenäht, um eine erneute Drehung zu vermeiden. Gleichzeitig wird bei dieser Operation der gesunde Hoden freigelegt und ebenfalls in der Skrotalhaut fixiert, um hier eine Drehung zu verhindern, die 20 mal häufiger ist bei einem schon gedrehten Hoden als bei normal kindlichen Bevölkerung.


 

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Hydatidentorsion

Hydatiden sind Hodenanhängsel, die wie kleine Bläschen aussehen, Restgewebe aus der Entwicklung des Hodens. Dreht sich eine Hydatide, macht sie die gleichen Beschwerden wie eine Hodentorsion. Oft kann erst durch die Operation erkannt werden, dass es sich nicht um eine Hoden-, sondern um eine Hydatidenverdrehung handelt. Diese wird dann abgetragen. Eine Befestigung des Gegenhodens ist dann nicht erforderlich. Die Operation bleibt völlig folgenlos.


 

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Leistenbruch / offener Prozessus vaginalis testis

Ein Leistenbruch und ein offener Processus entstehen durch eine Verbindung zwischen Bauchraum und Hodensack, die normalerweise zum Zeitpunkt der Geburt verschlossen ist. Dabei spricht man von einem Leisten- oder Hodenbruch, wenn Darm in den Hodensack vorfällt. Füllt sich der Hodensack lediglich mit Bauchflüssigkeit, spricht man von einem offenen Prozessus vaginalis testis. Die Gefahr besteht in der akuten Darmeinklemmung, die zu einem sehr schweren Krankheitsbild führen kann und möglichst sofort operiert werden muss.
Aber auch Kinder mit offenem Prozessus sind erheblich gefährdet hinsichtlich einer möglichen Darmeinklemmung. Daher sollte auch dies operativ korrigiert werden. Dieser Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.


 

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Hodentrauma

Hodentraumata sind selten. Wenn sie zu einer Einblutung in die Hodenhüllen oder in den Hoden selbst führen, bedürfen sie der sofortigen operativen Freilegung.


 

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Epididymitis (Nebenhodenentzündung)

Obwohl die Nebenhodenentzündung bei Erwachsenen deutlich häufiger ist, kommt sie auch bei Kindern vor. In Zusammenhang mit einer Infektion der Blase und Harnabflussstörungen muss man auch bei Kindern daran denken. Die Behandlung erfolgt durch Verabreichung von Antibiotika und lokal durch Kühlung und Hochlagerung des betroffenen Hodens sowie Bettruhe.


 

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Orchitis (Hodenentzündung)

Hodenentzündungen sind bei Kindern in der Regel viral (durch Viren hervorgerufen) bedingt. Die häufigste Entzündung ist die sog. Mumpsorchitis. Diese bedürfen einer reinen symptomatischen Behandlung durch entzündungs- und schmerzlindernde Medikamente.


 

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Varicocele testis (Krampfader des Hodens)

Der Blutrückstrom sowie der Lymphabfluss vom Hoden erfolgt auf der linken Seite bis hoch zur linken Nierenvene, auf der rechten Seite zur großen Hohlvene. Da dies eine sehr lange Strecke ist und auf der linken Seite eine rechtwinkelige Einmündung der Vene in die Nierenvene erfolgt, kann es durch Venenklappenüberdehnung zu Krampfadern und damit zu einer Anschwellung im Hoden kommen. Da dies zu einer Überwärmung des Hodens führt, der 2°C kälter im Hodensack als im Körper liegen sollte, wird auf längere Sicht die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt.
Abhängig von der Ausprägung sollte durch eine Operation die Varicocele beseitigt werden. Es gibt 2 Techniken:
Unterbindung der Vene durch einen kleinen Unterbauchschnitt: Dies ist ein Eingriff, der eines 2-3 tägigen stationären Aufenthalt bedarf. Unterhalb der unterbundenen Vene kommt es zu einer Verklebung (Thrombosierung) und zum Verschwinden dieser Krampfadern um den Hoden.
Es kann in bis zu 10% der Fälle zu einer Hydrocele (Wasseransammlung um den Hoden, ohne Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit) kommen, die später durch einen kleinen operativen Eingriff am Hodensack beseitigt werden kann.
Verödung der Krampfader: Dieser Eingriff kann ambulant erfolgen. Die Verödung der Krampfader durch Einspritzen einer Substanz unter Röntgendurchleuchtungskontrolle ist nur bei etwas größeren jungen Männer empfehlenswert. Der Eingriff muss ohne Narkose durchgeführt werden, da beim Einspritzen durch kräftiges Husten der Druck im Bauch und damit auf die Gefäße und Venen erhöht wird, um Komplikationen zu vermeiden.

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