Schlafmedizinisches Zentrum
Hardterwald-Klinik
(Louise-Gueury-Stiftung)
Im Jahr 1992 wurde in der Hardterwald-Klinik (Louise-Gueury-Stiftung) ein schlafmedizinisches Labor eingerichtet, das von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert wurde und der Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen dient. Darüber hinaus werden auch Ein- und Durchschlafstörungen, z. B. durch "ruhelose" Beine (Restless-Leg-Syndrom), Insomnien (Schlaflosigkeit) oder Narkolepsien (Auftreten plötzlicher Schlafanfälle), abgeklärt. Erwähnt werden sollte auch die Einstellung auf eine überwiegend nächtliche Beatmung bei chronisch respiratorischer oder kardialer Insuffizienz. Unter dem sogenannten Schlafapnoe-Syndrom, bei dem es durch Atemaussetzer zu einer lebensgefährlichen Verschlechterung der Sauerstoffsättigung kommt, leiden ca. 4 % der Bevölkerung.
Schlafstörungen können mannigfaltige Ursachen haben, die teilweise durch äußere Umständen (Lebensweise, Lärm, Licht, Medikamente, Genußmittel) oder durch Erkrankungen (organisch, psychisch und neurologisch) bedingt sind. Sie können einen erhöhten Blutdruck, Durchblutungsstörungen des Herzens bis hin zum Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen sowie Herzmuskelschwäche zur Folge haben. Darüber hinaus besteht durch die Verschlechterung der Sauerstoffsättigung ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Durch die ausgeprägte Tagesmüdigkeit und durch Depressionen können vermehrt Verkehrs- und Arbeitsunfälle auftreten (Sekundenschlaf!).
Typische Merkmale einer Schlafstörung sind ausgeprägte Tagesmüdigkeit mit morgendlicher Unausgeschlafenheit, Einschlafneigung in monotonen Situationen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Nachtschweiß sowie Potenzstörungen. Diese Symptome treten jedoch nicht bei allen Betroffenen auf, häufig werden die Symptome einer Schlafstörung - wie Schnarchen, Atempausen, körperliche Unruhe oder häufige Beinbewegungen, nächtliches Zähnknirschen oder lautes Sprechen - allein durch den Bettpartner bemerkt.
Das schlafmedizinische Labor ist der Inneren Abteilung der Städtischen Kliniken zugeordnet. Das Mitarbeiterteam setzt sich aus Internisten, Pneumologen, Kardiologen, medizinisch-technischen Assistentinnen und Pflegepersonal zusammen. Das Schlaflabor besitzt speziell ausgestattete Einzelzimmer für die Patienten sowie Registrierungsräume, in denen die abgeleiteten Daten aufgezeichnet und ausgewertet werden. Zur Abklärung der verschiedenen Schlafstörungen wird eine Polysomnographie durchgeführt, d. h. eine vollständige Aufzeichnung verschiedener Körperfunktionen (Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung, Atmung, EKG, Sauerstoffsättigung, Schnarchen, Körperlage) während der Nacht. Tagsüber erfolgen Routine-Untersuchungen wie EKG, Lungenfunktion, Blutgasanalyse, Rhinomanometrie sowie - vor allem bei Lkw- und Busfahrern - eine Prüfung der Daueraufmerksamkeit und Schläfrigkeitsteste (MSLT) z. B. bei Verdacht auf Narkolepsien.
Nach der diagnostischen Nacht erfolgt in der Regel anschließend eine Therapieeinstellung. Eine Möglichkeit ist die nächtliche Beatmung mit einem Überdruckbeatmungsgerät, die je nach Krankheitsbild im konstanten oder im biphasischen Modus (unterschiedlicher Beatmungsdruck für Ein- und Ausatmung) durchgeführt wird. An das Schlaflabor kann sich jeder Patient über seinen behandelnden Arzt (Lungenfacharzt, Kardiologe, HNO-Arzt, Neurologe/Psychiater oder Internist), der bereits ein ambulantes Apnoe-Screening durchgeführt hat, wenden.
Adresse
Städtische Kliniken Mönchengladbach GmbH
Schlafmedizinisches Zentrum
Louise-Gueury-Straße 400
41169 Mönchengladbach
Praxis Dr. Volker Kroll
Stresemannstraße 1-7
41236 Mönchengladbach
Telefon 02166 612061
Telefax 02166 612063
E-Mail v.kroll@t-online.de

