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Prostatavergrößerung, gutartig

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt

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Die Prostata ist eine Geschlechtsdrüse und umschließt den Anfangsteil der männlichen Harnröhre mit ihrer Basis am Blasengrund. Sie besteht aus glatter Muskulatur, Bindegewebe und Drüsen und ist aufgeteilt in einen rechten, linken und mittleren Prostatalappen.
Die Funktion der Prostata ist die Aufbereitung des Samens, erst dadurch wird der Samen ausreichend beweglich und macht zusammen mit den Samenblasen ca. 90% des Ejakulates aus.
Die gutartige Vergrößerung der Prostata wird auch „benigne Prostatahyperplasie“ oder einfach „BPH“ genannt.
Ab dem 25. Lebnesjahr beginnt sie zu wachsen. Manche Menschen haben in Ihrem Leben niemals Beschwerden, manche schon sehr früh. Dabei ist es für den Arzt oft schwierig, den richtigen Zeitpunkt einer Behandlung und die richtige Behandlung zu finden. Prostatabeschwerden – so eine gutartige Erkrankung vorliegt – können vielseitige Ursachen haben.

Symptome
Untersuchung
Mediakmentöse Therapie
Operative Therapie
Nachbehandlung


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Symptome


Symptome

Bei über 50 % der über 50-jährigen Männer liegt eine gutartige Vergrößerung vor. Damit ist es die häufigste urologische Erkrankung des „alternden Mannes“.
Durch die Einengung der Harnröhre können folgende Symptome auftreten:

  • dünner werdender Harnstrahl
  • Nachträufeln
  • Erschwertes Wasserlassen mit Pressen
  • Häufigeres Wasserlassen am Tag und in der Nacht
  • Blasenentzündung
  • starker Harndrang bis zur Dranginkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust)
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • unvollständigen Blasenentleerung mit Restharnbildung/- gefühl
  • Rückstau des Harns in die Nieren (Schmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit)


Die Symptome sind in sog. internationalen Erfassungsbögen (IPS Symptomenscore) beschrieben, in denen man selbst seine Probleme bewerten kann.


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Untersuchung


Die Untersuchungen dienen zum einen dazu, eine bösartige Prostataerkrankung auszuschließen, zum anderen dazu, einzuschätzen, ob eine abwartende (medikamentöse) Behandlung oder eine operative Behandlung angezeigt ist.


Manuelle Untersuchung: Abtasten der Prostata vom Darm aus mit dem Finger, um die Größe und die Festigkeit überprüfen zu können. Normal wäre ca. braunkastaniengroß, ca. 20-25 g.


Uroflowmetrie:
Elektronische Harnstrahlmessung. Hier wird, während der Patient alleine auf Toilette ist, das Wasserlassen mitgeschrieben. Der Arzt kann später die Aufzeichnung auswerten.


Ultraschall:
Durch Ultraschall wird die Größe der Prostata gemessen. Gleichzeitig erfolgt die Restharnbestimmung und Beurteilung der Nieren.

Blutuntersuchung:
Bestimmung des prostataspezifischen Antigens – PSA (Ausschluss Prostatakrebs) und Nierenwerte

Blasendruckmessung:
Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft, aber etwas aufwendiger (Dauer ca. 1 Std.). Der Arzt ordnet sie dann an, wenn die beschriebenen Symptome nicht auf eine reine Prostata-Erkrankung hindeuten, sondern möglicherweise eine andere Ursache Grund für die Beschwerden ist. (Voroperationen, neurologische Erkrankungen wie MS, Parkinson, etc., Diabetes mellitus…)

Blasenspiegelung:
Meist hat der niedergelassene Urologe, bei dem der Patient in Behandlung ist, diese bereits durchgeführt. Sie gehört unbedingt mit zur Abklärung der oben beschriebenen Symptome.

Röntgen:

Falls im Urin rote Blutkörperchen gefunden werden, muss ausgeschlossen werden, dass die Ursache der Beschwerden in den Nieren liegen. Dazu dient ein Ausscheidungs-Urogramm.
Der Arzt kann nach dieser Röntgenuntersuchung die Nieren und Harnleiter beurteilen.


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Medikamentöse Therapie


Die medikamentöse Behandlung kann oft über Jahre die Beschwerden des Patienten lindern. Dabei darf jedoch nie übersehen werden, dass die Prostata während dieser jahrelangen Behandlung bösartig werden kann. Der Arzt führt deshalb von Zeit zu Zeit zusätzliche Untersuchungen durch.


Pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika)
Roggenpollen, Kürbiskerne, Sägepalmenextrakt können die Prostata durch überwiegend entzündungshemmende und abschwellende Wirkung beeinflussen, erbringen allerdings keinen wesentlich besseren Effekt als ein Placebo. Sie sind eigentlich nur bei geringer Beschwerdesymptomatik sinnvoll. Diese Präparate werden heute nicht mehr von der GKV erstattet.


Alpha-1 Rezeptorenblocker
Uroxatral®, Alna®, Omnic® , Flotrin®, etc.
Diese Medikamente führen zu einer Relaxation (Erschlaffung) der Muskulatur im Bereich der Prostata und hinteren Harnröhre und dadurch zu einer deutlichen Steigerung der Urinflussrate. Bei Patienten mit niedrigem Blutdruck können in seltenen Fällen leichter Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten.


Finasterid (Proscar®), Dutasterid (Aradart®)
führen zu einer Verkleinerung der Prostata um ein Drittel ihres Volumens im Verlauf einer einjährigen Behandlung. Diese Therapie ist immer sehr sinnvoll bei einer sehr großen Drüse über 40-50 g. Finasterid verhindert die Bildung von aktivem Dihydro-Testosteron aus dem normalen Sexualhormon Testosteron. Dadurch können als Nebenwirkung gelegentlich auch Potenzstörungen auftreten.


Finasterid und Alpha-1 Rezeptorenblocker
Können kombiniert werden und ergänzen sich. Sinnvoll nur bei großer Drüse.


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Operative Therapie


Die Operation der gutartig vergrößerten Prostata ist per se kein komplizierter Eingriff. Dennoch muss der Arzt sehr genau prüfen, ob der Patient davon einen Profit hat. Das bedeutet die Beantwortung der Frage: Sind die Beschwerden mit der Operation behoben?


Operatives Prinzip:
Verkleinerung der Prostata und Erweiterung des inneren Anteils der Harnröhre, so dass anstelle der Prostatadrüse unter der Blase eine kleine Vorblase entsteht. Also, Senkung des Auslasswiderstandes der Harnblase.

Es gibt verschiedene Verfahren, die Prostata zu verkleinern:


Transurethrale Prostataresektion (Goldstandard)
Die transurethrale Resektion oder Schälung des Prostatagewebes durch eine elektrische Schlinge erfolgt endoskopisch durch die Harnröhre. Hierbei wird der Schließmuskel sorgfältig geschont, so dass es nicht zu einer Inkontinenz kommen kann. Auswirkungen auf die Potenz i.S. einer Verschlechterung wurden nicht nachgewiesen. Die Technik ist so verfeinert, dass ein minimaler Blutverlust eintritt und Komplikationen sehr selten sind.
Diese Technik wird seit sehr vielen Jahren praktiziert.


Mit dem Holmium-Laser kann die Prostata wie bei der offenen Operation enukleiert werden, allerdings sehr viel gewebeschonender.


Vaporisierung der Prostata bzw. Laserung der Prostata
Modernste Laser, wie der Greenlight-Laser, führen zu einer schnellen Abtragung des Prostatagewebes mit minimalstem Blutverlust. Die Methode ist allerdings sehr teuer und sollte Problempatienten, die mit Marcumar oder anderen Blutverdünnern behandelt werden, vorbehalten sein. Nachteil dieser Technik ist, dass kein Gewebe zur histologischen Bearbeitung gewonnen werden kann, so dass vorher Prostataproben entnommen werden müssen. Weiterhin kommt es bei dieser Technik häufig zum Nachwachsen der Prostata und damit zu einer erneuten Operation.


Interstitielle Laserkoagulation
Durch Einbringen von Lasersonden kommt es zu einem Einschmelzen und Verkleinerung der Prostatalappen. Allerdings stellen sich die ersten Erfolge erst 6-8 Wochen nach dem Eingriff ein und häufig müssen die Patienten mit einem Bauchdeckenkatheter in dieser Zeit leben.
Weiterhin kommt es bei dieser Technik häufig zum Nachwachsen der Prostata und damit zu einer erneuten Operation.


Wärmeanwendung in der Prostata
Niedrigtemperatur-Anwendung der Prostata durch Einschmelzung des umgebenden Gewebes. Diese Methode hat wenig Erfolg. Höhere Temperaturen sind zwar möglich, hier muss allerdings der Eingriff auch in Narkose durchgeführt werden. Ergebnisse sind gleich zu bewerten wie bei der Laserbehandlung.


Offene Ausschälung / Enukleation der Prostata
Die Indikation hierzu fällt extrem selten, nur bei sehr, sehr großen Organen (Prostata schwerer als 100g). Der Eingriff ist sicher etwas komplexer und in der Nachsorge aufwändiger für den Patienten. Außerdem kommt es zu einem deutlich höheren Blutverlust als bei der transurethralen Resektion.


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Nachbehandlung


Bei der am häufigsten durchgeführten TUR (transurethrale Prostatatresektion) bleibt der Patient ca. 1 Woche im Krankenhaus. Die Nachblutungsgefahr ist in dieser Zeit - bis die erste Wundheilung abgeschlossen ist - am größten.
In den ersten zwei bis drei Tagen nach der Operation sorgt ein Katheter für die Abdrainierung des Urins. Nach dessen Entfernung kann es zu schmerzhaftem Wasserlassen und unwillkürlichem Urinverlust kommen. Erst 4-6 Wochen nach der Operation ist die Harnröhre mit neuer Blasenschleimhaut überzogen und die Wundheilung abgeschlossen.


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