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Arterien

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Hauptschlagader (Aorta)

Was ist ein Aortenaneurysma ?

Als Aortenaneurysma wird die Aussackung der Hauptschlagader (Aorta) bezeichnet. Dieses kann sich sowohl auf Höhe des Brustkorbs (Thorakalaneurysma), als auch auf Höhe der Bauchregion (Bauchaortenaneurysma) befinden.
Die Hauptschlagader stellt das größte Blutgefäß des menschlichen Körpers dar, in dem sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der unterschiedlichen Organe und Körperregionen fliest. Etwa 80% aller Aneurysmen der Hauptschlagader befinden sich im Bauchbereich unterhalb der Nierenarterienabgänge.
Das Bauchaortenaneurysma, tritt vorwiegend im höheren Lebensalter (65+) auf. Folgende Risikofaktoren sind:

  • Rauchen
  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • hohe Bluttfettwerte
  • starkes Übergewicht
  • Lebensalter

Symptome/Diagnose

Das Bauchaortenaneurysma verursacht in der Regel keine Schmerzen. Wir spüren es nicht. Nur bei schnellem Wachstum oder drehender Ruptur können Bauch- oder Rückenschmerzen auftreten.
Bei sehr schlanken Patienten oder sehr großen Aneurysmen lassen sich diese als pulsierender Tumor im Bauchraum tasten.
Wenn das Aneurysma platzt, bestehen meist Vernichtungsschmerzen. Durch den daraus resultierenden Blutverlust kommt es schnell zu Kreislaufschwäche, Bewusstlosigkeit und häufig zum Tod kommen.
Die Diagnose eines Bauchaortenaneurysmas kann durch bildgebene Verfahren, wie die Sonographie (Ultraschalluntersuchung), ein CT (Computertomographie) oder MRT (Kernspin-Untersuchung) erfolgen. Diese Methoden sind alle schmerzfrei und relativ einfach durchzuführen. Kontrolluntersuchungen erfolgen in der Regel durch die Ultraschalluntersuchung.

Folgen

Mögliche Folgen sind die Bildung von Blutgerinseln im Bereich der Aussackung. Diese können sich lösen und mit dem Blutfluss in die Beine geschwemmt werden, was zu einem akuten Verschluss führen kann (arterielle Embolie). Ein anderes Risiko ist die Ruptur des Aneurysmas, hier reißt die Gefäßwand auf und es kann schnell zum inneren Verbluten kommen, so dass eine Notfalloperation durchgeführt werden muss. Fast 80% der Patienten erreichen jedoch nicht mehr das Krankenhaus und in 90% der Fälle verläuft eine Ruptur tödlich.

Behandlungsindikation

Die Behandlungsindikation hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Größe des Aneurysmas eine wichtige Rolle. Notwendig wird in der Regel  die OP ab einem Durchmesser von 5 cm.
Zum anderen sind schnelle Größenzunahme, Form, Vorerkrankungen oder fortgeschrittenes Lebensalter inidkationsbedingte Faktoren. Die Indikation zur Operation wird  immer individuell individuell gestellt und Ihnen in ausführlichen Gesprächen erörtert.

Behandlungsmöglichkeiten:

konservativ:
Bei Aneurysmen, die noch nicht die Voraussetzung für eine operative Behandlung erfüllen, sollte eine medikamentöse  Therapie durchgeführt werden. Diese muss individuell an die Situation des Patienten angepasst werden und beinhaltet u.U. Medikamente zur Blutdruck- und Cholesterinsenkung.
Auch der Patient kann zu langsamereren Größenzunahme beitragen, indem er Risikofaktoren minimiert.
Eine Kontrolle mittels Ultraschal sollte regelmäßig erfolgen.
Offene Operation:
Bei der offen-chirurgischen Operation wird über einen Bauchschnitt der erweiterte Abschnitt der Hauptschlagader durch eine sogenannte Gefäßprothese ersetzt. Dabei wird die Prothese im Sinne eines „Ersatzrohres“ an die gesunden Anteile der Hauptschlagader angenäht. Der Vorteil dieses Operationsverfahrens liegt darin, dass nur wenige Nachuntersuchungen und sehr selten Folgeeingriffe erforderlich sind. Nachteile bestehen in der größeren Herzbelastung während der Operation, dem größeren Zugangsweg mit Eröffnung der Bauchhöhle und in der längeren Erholungsphase nach der Operation.

Endovaskuläre (minimalinvasive) Operation:
Bei der minimalinvasiven Operation (EndoVascular Aneurysm Repair-EVAR) wird eine zusammengefaltete Stentprothese über die Leistenschlagadern mit zwei kleinen Hautschnitten in die Hauptschlagader eingebracht und dort unter Röntgenkontrolle entfaltet. Nun fließt das Blut durch die in der Hauptschlagader liegende Prothese und nicht mehr durch das Aneurysma. Der Vorteil dieser Methode ist die geringere Belastung, so dass dieses Verfahren auch bei kränkeren Patienten angewandt werden kann. Eine rasche Erholung nach der Operation ist die Regel.
Zur Behandlung von längerstreckigen Aneurysmen können u.U. Spezialprothesen notwendig sein, die kleine Öffnungen oder Ärmchen besitzen, um betroffene Organarterien miteinbeziehen.

Ein Hauptnachteil dieser Methode ist, dass langfristig regelmäßige Nachuntersuchungen mittels Ultraschal und Computertomographie (CT) erfolgen müssen. Darüber hinaus ist eine höhere Kontrastmittelgabe notwendig.

 

Halsschlagader (Arteria Carotis)

Was ist eine Carotisstenose?

Bei einer Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung (Stenose) der inneren, hirnversorgenden Halsschlagader (Arteria carotis interna). Etwa 15% der über 70 jährigen haben eine nachweisbare Carotisstenose, die häufig als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt wird.
Ursache einer Carotisstenose ist in aller Regel die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), bei der es zu einer Plaquebildung (Ablagerungen aus Blutfetten, Blutgerinnseln und Kalkschollen) an der Gefäßwand mit resultierender Verengung des Gefäßes kommt. Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose begünstigen, sind Rauchen, hoher Blutdruck, Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), erhöhtes Cholesterin, familiäre Veranlagung sowie hohes Lebensalter.

Symptome/Diagnose:

In der Regel bleibt eine Carotisstenose symptomlos und wird während einer Routineuntersuchung entdeckt. In einigen Fällen treten jedoch Warnsymptome wie plötzlich einsetzende und vorübergehende Sehstörungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen der Arme oder Beine auf. Sollten Sie eines dieser Symptome feststellen, sollten Sie diese umgehend medizinisch abklären lassen.
Die Diagnose einer Carotisstenose wird in erster Linie mittels Duplexsonographie (Ultraschalluntersuchung) schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung erhoben. Bei nicht eindeutigem Befund und zur Planung einer etwaigen Behandlung wird bei uns standardmäßig eine Magnetresonanztomographie (ohne Strahlenbelastung) oder  eine Computertomographie (mit Röntgenstrahlen) zur Darstellung der Gefäße und des Gehirns durchgeführt  veranlasst.

Folgen

Liegt eine höhergradige (>70%) Verengung vor, so besteht ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns.
Hierbei kommt es im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirngewebes aufgrund des Sauerstoffmangels. Ungefähr 200.000 Bundesbürger erleiden jährlich einen Schlaganfall.

Behandlungsindikation

Bei geringer Verengung der Halsschlagader sind regelmäßige Ultraschallkontrollen ausreichend. Bei ausgeprägter Verengung der Halsschlagader ohne Symptome sollte eine Operation in Betracht gezogen werden und die unterstützende medikamentöse Behandlung (ASS, Statin) dauerhaft weitergeführt werden. Blutdruck, Diabetes und Cholesterin müssen regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden. Bei einer Carotisstenose mit bereits aufgetretenen Warnsymptomen (Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen der Arme und Beine) sollte eine sofortige stationäre Aufnahme und zeitnahe Operation erfolgen.

Behandlungsmöglichkeiten:

Operation – Carotis-Eversions- oder Thrombendarteriektomie

Die Operation wird in aller Regel in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Operation wird die Halsschlagader über einen Schnitt am Hals freigelegt und die Verkalkung ausgeschält. Je nach Befund wird zur Rekonstruktion anschließend eine Erweierungspatchplastik durchgeführt oder das abgetrennte Gefäß direkt wieder angenäht. Während der Operation wird der Blutdruck engmaschig kontrolliert, damit das Gehirn keinen Schaden nimmt. In manchen Fällen wird während der Ausklemmphase ein Shunt eingesetzt, um die Durchblutung auch über die zu operierende Seite sicherzustellen. Am Ende der Operation wird mittels einer Doppleruntersuchung der regelhafte Blutfluss kontrolliert.

Intervention – Carotis-Stent-Implantation

Die Stent-Angioplastie (Aufdehnung des Gefäßes und Stützung mittels Gittergerüst) der verengten Halsschlagader kann sowohl über die Leiste als auch halb-offen über einen kleinen Schnitt am Halsansatz (unter Umgehung des Aortenbogens) erfolgen. Dies wird in speziellen Einzelfällen (Rezidivstenose, Z.n. Bestrahlung, hohes Narkoserisiko)  von unserer Klinik für Gefäßradiologie durchgeführt

pAVK

Was ist eine pAVK?

Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) beschreibt die Verkalkung der Arterien der Extremitäten, welche zu einer Verengung und somit zu einer Durchblutungsstörung führt. Diese Verkalkung (Arteriosklerose) entsteht, wenn sich im Laufe des Alters Kalk und Fette in den Arterienwänden festsetzen. Außerdem können sich an diesen Verkalkungen Blutgerinnsel festsetzen, welche mit dem Blutstrom verschleppt werden können und kleinste Blutgefäße irreparabel verschließen (Embolie). Dieses schleichende Prozesse führen dann dazu, dass sich auch die größeren Blutgefäße langsam verschließen.
Bei einer pAVK sind meistens die Beine betroffen und nur selten die Arme. Zu den größten Risikofaktoren zählt der Nikotinkonsum. Weitere Risikofaktoren sind der Bluthochdruck (Hypertonie), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), zu hohe Blutfette und Nierenerkrankungen mit Dialysepflicht.

Symptome/Diagnose

Die pAVK wird nach dem französischen Chirurgen René Fontaine in vier Stadien mit unterschiedlichen Symptomen und Behandlungsindikationen eingeteilt:

Stadium I:
Es bestehen zwar kleinere Gefäßverkalkungen, jedoch verläuft dieses Stadium ohne Symptome oder Einschränkungen.

Stadium II:
Es bestehen mittelgradige Gefäßverkalkungen. Nach einer bestimmten Gehstrecke machen sich Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gefäß bemerkbar (sogenannte „Schaufensterkrankheit“).

Stadium III:
Es bestehen höhergradige Gefäßverkalkungen. In den Zehen oder im Fuß machen sich nun auch in Ruhe Schmerzen bemerkbar.

Stadium IV:
Es bestehen höchstgradige Gefäßverkalkungen. Neben den Schmerzen in Ruhe kommt es zu einem Defekt der Haut oder auch tieferer Gewebsschichten. Es entstehen offene Stellen am Unterschenkel/Fuß (Ulcus) oder es kommt zum Absterben von Zehen oder Teilen des Fußes (Gangrän/Nekrose). Dies kann sich in anfänglich bläulich/weißer Verfärbung der Haut zeigen.

Die Diagnose einer pAVK mit  Stadieneinteilung basiert somit zuerst auf der Krankengeschichte und den geschilderten Beschwerden. Unerlässlich ist die klinische Untersuchung mit Erhebung des Pulsstatus. Zusätzlich sehr einfach ohne Belastung oder schwer zu erheben und wegweisend ist die Ermittlung der Verschlussdrücke. Hier wird durch Blutdruckmessung an Armen und Beinen ein Vergleichswert ermittelt, der bereits eine gute Aussagekraft für die Einschätzung der Durchblutung in den Beinen hat. Ergänzend kann dann die Ultraschalluntersuchung und weiterführende radiologische Bildgebung erfolgen (Angio-CT, MR-Angio, DSA).

Folgen

Eine Verengung oder ein Verschluss der Schlagadern an den Gliedmaßen kann zu Durchblutungsstörung und eingeschränkter Mobilität und schlimmstenfalls zu Gliedmaßenverlust führen.

Behandlungszeitpunkt

Der Behandlungszeitpunkt bei einer pAVK-Erkrankung ist individuell vom Beschwerdebild des Patienten abhängig. Die Indikation zu einer Therapie kann die Verbesserung der Lebensqualität bezwecken. Kann aber auch der Schmerzminderung oder dem Extremitätenerhalt dienen.

Behandlungsmöglichkeiten

Konservativ

Bei sehr mild ausgeprägtem Krankheitsbild muss keine invasiver Eingriff erfolgen. Zum einen kann durch intensives Gehtraining eine Befundverbesserung erreicht werden, zum anderen gibt es die Prostavasin-Infusionstherapie. Bei dieser bekommen Sie über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen ein Medikament über die Vene welches der Gefäßerweiterung dient.

Katheterverfahren (Stent/PTA)

Die interventionelle Therapie kann Verengungen und auch kürzere Verschlüsse mit Ballons aufdehnen und ggf. zusätzlich eine Gefäßstütze (Stent) einsetzen, damit das Gefäß nicht schnell wieder eng wird. Dies kann durch eine minimalinvasive Punktion durch die Leiste erfolgen und wird unter Röntgenkontrolle von unserer Klinik für Gefäßradiologie durchgeführt.

Offen-chirurgisch

Abhängig von der Lokalisation und der Ausprägung der Gefäßverkalkung ist die operative Versorgung das Mittel der Wahl. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  1. TEA-Thrombendarteriektomie:
    Hierbei wird das betroffene Gefäß aufgesucht, längs aufgeschnitten und der Kalk herausgelöst. Um die Verengung des Gefäßes durchNarbenbildung zu verhindern wird ein „Patch“ aus körpereigener Vene oder Kunststoff eingenäht. In einigen Fällen kann auch hier während der Operation an Regionen des Beckens oder Beines, die nicht direkt im Operationsgebiet liegen eine Stentsetzung erfolgen.
  2. Bypassversorgung:
    Wenn das Gefäß auf einer zu langen Strecke verschlossen ist, wird sich oft für eine Versorgung mittels Bypass entschieden. Man ersetzt das Gefäß also durch das Anlegen einer Art „Umleitungsschlagader um den verengten/verschlossenen Bereich herum. Auch hier wird häufig eine  Kombination mit einem Katheterverfahren (sog. Hybridtechnik) gewählt.

Mesenteriale Ischämie

Was ist eine mesenteriale Ischämie?

Eine mesenteriale Ischämie oder auch Mesenterialinfarkt beschreibt eine Durchblutungsstörung der Bauchorgane aufgrund einer Thrombose der versorgenden Gefäße. Betroffen sind in den meisten Fällen Teile des Darms, selten können auch Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse betroffen sein.

Symptome/Diagnose

Eine mesenteriale Ischämie verläuft typischerweise in drei Phasen:

  1. Zuerst verspürt man heftige, krampfartige Schmerzen im Bereich des Bauches mit oft blutigen Durchfällen und Erbrechen. Nach 2 Stunden beginnt bereits das Absterben des bestroffenen Organs. Ein schnelles Handeln ist sehr wichtig!
  2. Nach etwa 6 Stunden lassen die Schmerzen über mehrere Stunden nach, der Darm ist abgestorben. Dieses Stadium wird auch „fauler Frieden“ genannt.
  3. Nach etwa 12-24 Stunden beginnt der Körper sich selbst zu vergiften und der ganze Bauchraum entzündet sich. Starke Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost und extremes Unwohlsein treten ein. Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Sepsis (Blutvergiftung), die sehr häufig bis zum Tod führt.

Um eine mesenteriale Ischämie erfolgreich behandeln zu können ist schnelles Handeln erforderlich.

Folgen

Die Folgen einer Mesenterialischämie sind verheerend. Sie reichen vom Absterben des betroffenen Organs bis hin zur  schweren Sepsis (Blutvergiftung) mit Tod.

Behandlungszeitpunkt

Die Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer mesenterialen Ischämie ist in den meisten Fällen die operative Freilegung des betroffenen Gefäßes mit Entfernung des Thrombus. Bei bereits fortgeschrittenem Leiden müssen bereits abgestorbene Organteile entfernt werden.

Nach der Operation wird die Gerinnungsmedikation angepasst, um die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Embolie . Des weiteren wird die Funktion der belassenen Organe engmaschig kontrolliert.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Gefäß- & endovaskuläre Chirurgie
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2060/61
Telefax 02166 394-2706
E-Mail gefaesschirurgie@sk-mg.de

Gefäßzentrum Mönchengladbach Gefäßzentrum Mönchengladbach DGG

 

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