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Gefäßradiologie

Die Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin ist gleichberechtigter Partner im „zertifizierten Gefäßzentrum Mönchengladbach“. Im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Gefäßkonferenz wird ein jeweils für den Patienten angemessenes Untersuchungs- und Behandlungskonzept erarbeitet und entschieden.

Zur Diagnostik stehen der Gefäßradiologie modernste Geräte zur Verfügung. Die Schnittbildverfahren – Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) erlauben nicht-invasiv die Darstellung fast aller Gefäßareale des menschlichen Körpers. Die untersuchten Gefäße können an einem Computer in zwei- (2D) oder dreidimensionaler (3D) Weise dargestellt und beurteilt werden.

Diagnostik

CT-Angiographie (CTA)

Bei der Gefäßdarstellung in der Computertomographie wird ein 3D-Datensatz (Volumendatensatz) von einer Körperregion erstellt und die Kontrastmittelgabe auf die zu untersuchenden Gefäße – Arterien oder Venen – zeitlich abgestimmt. Das Jod-haltige Röntgenkontrastmittel wird über einen venösen Zugang in der Ellenbeuge mit einer Kontrastmittelpumpe (Injektor) gespritzt. Mit der Methode können die Kopf-Hals-Gefäße genauso wie die gesamte Hauptschlagader (Aorta), die Gefäße der Bauchorgane oder die Becken-Bein-Arterien untersucht werden. Der Patient liegt hierbei auf dem Rücken auf dem CT-Tisch und wird durch den CT-Ring gefahren. Die Gefäße werden anschließend am Computer nachbearbeitet und als 2D-Projektion oder 3D-Rekonstruktion dargestellt. Zur Auswertung durch den Radiologen müssen jedoch auch sehr dünne Schichtbilder von den Gefäßen errechnet werden, deren Auswertung Zeit in Anspruch nimmt, da es - je nach untersuchter Region - ein paar Tausend Bilder sein können.

MR-Angiographie (MRA)

Die Gefäßdarstellung mit der Magnetresonanztomographie ist ein alternatives Verfahren, die MRT erstellt Schnittbilder ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen. Anstelle des Röntgenkontrastmittels wird eine MR-Angiographie mit einem Gadolinium-haltigen MR-Kontrastmittel erstellt. Mit der MRT können letztlich die gleichen Gefäßareale untersucht werden wie mit der CT. Die Untersuchung ist insgesamt etwas zeitaufwendiger, durch unser modernes MRT sind die Untersuchungen jedoch deutlich kürzer als früher. Eine Besonderheit ist die TWIST-MRA Sequenz, mit der eine dynamische MR-Angiographie möglich ist, so dass der Blutfluss erfasst werden kann.
Auch bei der MRA werden 2D- und 3D-Rekonstruktionen erstellt und zusammen mit den dünnen Originalbildern bewertet. Die MRA kann auch zum Einsatz kommen, wenn eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber Jod-haltigem Röntgenkontrastmittel bei einem Patienten vorliegt.

Digitale Subtraktionsangiographie (DSA)

Diese Methode ist die primäre Form der Gefäßdarstellung. Das Verfahren ist invasiv, da ein Katheter in das zu untersuchende Gefäß eingebracht werden muss, um das Röntgenkontrastmittel im Gefäß zu applizieren und es somit für den Röntgendetektor und letztlich den Radiologen sichtbar zu machen. Da eine Punktion einer Ader zum Einbringen der Katheter notwendig ist, müssen vor der Untersuchung Kontraindikationen abgeklärt werden. Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung. Die eingebrachten Kunststoffkatheter sind heutzutage sehr fein. Der Hauptzugangsweg ist über die Leiste, hier ist eine sichere Punktion möglich, aber auch in der Achselhöhle oder in der Ellenbeuge kann man in das Gefäßsystem gelangen. Das Verfahren wird heutzutage nur noch selten zur reinen Diagnostik eingesetzt, da durch den Ultraschall und die CTA oder MRA bereits eine nicht-invasive Abklärung erfolgt ist und der zu behandelnde Befund meist bereits feststeht. In manchen Fällen sind die Befunde der CTA oder MRA nicht zweifelsfrei oder die Bilder nur eingeschränkt beurteilbar, dann kann eine klärende Angiographie notwendig sein. Meist wird eine Angiographie heutzutage in „Interventionsbereitschaft“ durchgeführt, und das kranke Gefäßsegment direkt nach der Diagnostik in gleicher Sitzung behandelt. Nach einer Katheterangiographie sind eine Bettruhe und ein Verband notwendig, damit es an der Punktionsstelle nicht zu einer Nachblutung kommt.

 

Darüber hinaus leistet die Gefäßradiologie minimalinvasive Gefäßbehandlungen für die Patienten des Gefäßzentrums: Der Abteilung stehen eine moderne Angiographie-Anlage und neueste Katheter- und Interventions-Materialien zur Verfügung. In der Angiographie führen wir minimal-invasive Therapien von arteriellen und venösen Gefäßprozessen durch. Hierzu zählen die Ballon-Dilatation von Gefäßengen oder das Einbringen von Gefäßstützen (Stents). Akut verschlossene Gefäße oder Bypässe können mit Spezialkathetern und entsprechenden Medikamenten wieder eröffnet werden. Des Weiteren werden Embolisationen und Gefäßverschlüsse bei Blutungen oder Gefäßmalformationen und Fremdkörperbergungen aus Gefäßen sowie Lagekorrekturen von dislozierten Katheter-Systemen durchgeführt.

Therapie

Perkutane Ballonangioplastie (PTA)

Die Aufweitung einer Gefäßenge oder die Wiedereröffnung eines Gefäßverschlusses mit einem Ballon ist die interventionelle, von Radiologen und Kardiologen entwickelte Methode, bei der ein spezieller Ballonkatheter über einen Draht in das Gefäß eingebracht wird und unter Sicht (Röntgenkontrolle) der Ballon genau in der Enge mit Kontrastmittel gefüllt und das Gefäß somit aufgeweitet wird. Je nach Beschaffenheit der Enge (mit oder ohne Verkalkung) und Gefäßgebiet ist der Einsatz einer Gefäßstütze (Stent s.u.) notwendig. Manchmal ist es aber auch besser, bewusst auf einen Stent zu verzichten. Der häufigste Zugangsweg für eine Aufweitung mittels Ballonkatheter sind wieder die Leistenarterien. Der Eingriff erfolgt daher ebenso in örtlicher Betäubung wie eine diagnostische Angiographie.

Stent (Gefäßstütze)

Ein Stent wird im Rahmen einer oben beschriebenen PTA je nach Beschaffenheit einer Gefäßenge oder je nach betroffener Arterie eingesetzt. Hierzu gibt es jeweils spezifische Erfahrungen und wissenschaftliche Daten. Es gibt sehr viele verschiedene Stents, je nach Befund kann also ein exakt passender Stent verwendet werden, damit das Ergebnis auch optimal gelingt. Stents sind auf spezielle Katheter montiert, die kaum noch dicker sind als diagnostische Katheter, so dass auch bei einer Stent-Implantation nur dünnes Material (Schleuse) für den Zugang in die Arterien notwendig ist. Da meist blutverdünnende Medikamente parallel zum Einsatz kommen, wird die Punktionsstelle in der Leiste mit einem speziellen System verschlossen. Sollte ein solches Verschlusssystem zum Einsatz kommen, werden Sie über die Verhaltensweise aufgeklärt und Sie erhalten einen entsprechenden Ausweis, den Sie drei Monate bei sich tragen sollten. Über den eingesetzten Stent erhalten Sie ebenfalls einen Ausweis, diesen sollten Sie immer mit sich führen.

Gefäßverschluß/Embolisation

Kurzschlussverbindungen zwischen Adern und Venen, sogenannte AV-Fisteln, oder blutende Gefäße können in der Angiographie minimalinvasiv behandelt werden. Wie in der rein diagnostischen angiographischen Darstellung gelangt der Radiologe auch bei dieser Intervention mit einen Angiographie-Katheter über die Leiste in das Ziel-Gefäß. Nach optimaler Positionierung des meist sehr feinen Katheters, Mikrokatheter genannt, werden verschließende Materialien wie Coils (kleine Platinspiralen, Bildbeispiel) oder Flüssigembolisate (Öl, Gelfoam oder Histoacryl) eingebracht und die Fistel (Bildbeispiel) oder das blutende Gefäß verschlossen.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Gefäß- & endovaskuläre Chirurgie
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2060/61
Telefax 02166 394-2706
E-Mail gefaesschirurgie@sk-mg.de

Gefäßzentrum Mönchengladbach Gefäßzentrum Mönchengladbach DGG

 

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