Das Konzept des Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach verfolgt strikt das Ziel, die Patientenversorgung zu optimieren. Durch den Zusammenschluss mehrerer verschiedener Fachbereiche wird das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. So kann dem Patienten mit Prostatakrebs eine individuellere Therapieform angeboten werden. Desweiteren wird durch die gebündelte Expertise aus verschiedenen medizinischen Disziplinen die Qualität der Beratung und Behandlung optimiert. Da das Prostatakrebszentrum die aktuelle S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft umsetzt, erhält der Patient gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit. Auf dieser Grundlage wollen wir unseren Patienten mit Prostatakrebs die bestmögliche Behandlung garantieren.
Der Patient mit Prostatakrebs steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Unter Berücksichtigung der Individualität jedes Patienten erfolgt die Entscheidungsfindung gemeinsam auf Basis aktueller Leitlinien. Dabei fühlen wir uns den ethischen Grundsätzen ärztlichen Handelns verpflichtet. In ganzheitlicher Betrachtung schätzen wir die Männer mit Prostatakrebs in allen Stadien der Erkrankung, sodass eine hochwertige und umfassende Versorgung von allen Mitarbeitern angestrebt wird.
Qualität genießt im Zentrum oberste Priorität. Als Beleg hierfür gilt das Offenlegen unserer Ergebnisse und Zertifizierungen. Mit dem Ziel der stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung werden Fehler analysiert und multiprofessionell Maßnahmen zur künftigen Vermeidung festgelegt. In der interdisziplinären Kooperation nutzen und ergänzen wir vorhandene Kompetenzen. Insgesamt beruht der Umgang auf Vertrauen, Fairness, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung.
Die häufigsten Prostataerkrankungen sind die Entzündung (Prostatitis), die gutartige Vergrößerung (Hyperplasie) und der Prostatakrebs (Prostatakarzinom).
Entzündung (Prostatitis)
Entzündungen der Prostata können akut oder aber chronisch wiederkehrend auftreten. Meist liegen bakterielle Infektionen vor. Im akuten Fall treten typische Entzündungszeichen wie Fieber, Schmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl und irritative Beschwerden beim Wasserlassen, wie häufiges Lassen geringer Urinmengen (Pollakisurie), erschwertes Wasserlassen (Dysurie) oder Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) auf. Die Behandlung ist konservativ, das heißt, es wird mit Antibiotika und allgemein schmerz- und fiebersenkenden Medikamenten behandelt. Nach Tagen ist eine deutliche Verbesserung feststellbar. Einen Spezialfall der akuten Prostataentzündung stellt der Abszess dar, der eine umgehende Entlastung (operativer Eingriff) erforderlich macht. Bei der chronischen (oder chronisch wiederkehrenden) Form der Entzündung der Prostata ist die Symptomatik in aller Regel relativ gering und sie bedarf meist keiner akuten Therapie. Sie ist oft mit der gutartigen Vergrößerung vergesellschaftet und trägt durch das Ödem teilweise zur Erschwerung beim Wasserlassen bei.
Gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie (BPH))
Die gutartige Vergrößerung der Prostata tritt meist beginnend ab dem 40. Lebensjahr sehr langsam auf und ist einer Veränderung des Verhältnisses der Konzentrationen der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone geschuldet und wirkt sich häufig zunächst mit einer sogenannten irritativen Symptomatik beim Wasserlassen und später mit einer Obstruktion aus. Startverzögerung, eine Abschwächung und Unterbrechung des Harnstrahles, Nachträufeln, häufiges Wasserlassen - insbesondere auch nachts - und eine beginnende Dekompensation des unteren Harntrakts (Harnblase) mit Restharnbildung sind typische Anzeichen. Nach einer medikamentösen Behandlung mit einem uroselektiven Alpha-1-Blocker (Tamsulosin) oder Finasterid muss häufig bei progredienter Symptomatik eine operative Behandlung durchgeführt werden. Ziel ist dabei eine Desobstruktion der Ausflussbahn der Harnblase. Bei der Operation wird Prostatagewebe, die sogenannte Innendrüse, entfernt oder zerstört. Mehrere Verfahren stehen hierzu zur Verfügung. Die am häufigsten angewandten sind die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TURP, mono- oder bipolar) und die Laserbehandlungen. Anschließend kann die Harnblase wieder effektiv, das heißt restharnfrei und mit guter Kraft des Harnstrahles, entleert werden.
Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
Lesen Sie hierzu bitte den nächsten Punkt „Prostatakrebs“.
Aktuell erkranken in Deutschland jährlich etwa 67.000 Männer neu an Prostatakrebs. Das entspricht etwa 26% der neu diagnostizierten Krebse bei Männern oder anders ausgedrückt heißt das, dass 110 von 100.000 Männern daran erkranken. Damit ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern überhaupt. Seine Bedeutung wird noch einmal dadurch unterstrichen, dass jährlich 12.000 Männer daran versterben. Daher hat die Behandlung dieser Krebserkrankung an unserem Zentrum einen herausragenden Stellenwert. Die Kooperationspartner im Gesundheitswesen – Politik, medizinische Fachgesellschaften und Krankenversicherer – haben erkannt, dass gerade die Behandlung eines derart häufigen Tumors auf höchstem Qualitätsniveau erfolgen muss. Unter Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft wurden in der jüngsten Vergangenheit die Bedingungen dafür geschaffen, dass sich die Behandlungspartner unter strengen Voraussetzungen zu Prostatakrebszentren formieren können.
Prostataspezifisches Antigen (PSA)
Zur Untersuchung der Prostata stehen neben einer Blutuntersuchung (PSA), die rektale Tastuntersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung, wie beispielsweise transrektaler Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie. Bei der Untersuchung interessiert neben der Größe insbesondere die Tatsache, ob eine gut- oder bösartige Erkrankung vorliegt. Dabei kann die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum einen entsprechenden Hinweis geben. Der PSA-Wert ist allerdings sowohl bei der gutartigen Vergrößerung als auch der Entzündung (Prostatitis) und auch beim Krebs meist erhöht. Die Anstiegsgeschwindigkeit des Wertes im zeitlichen Verlauf ist typischerweise bei der gutartigen Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie (BPH)) relativ langsam, beim Krebs (Karzinom) deutlich schneller und bei der Entzündung am schnellsten. Auf jeden Fall bedürfen erhöhte Werte der Abklärung, insbesondere Werte über 4 ng/ml.
Rektale Untersuchung
Die Tastuntersuchung, die durch den After durchgeführt wird, kann neben der Größe der Prostata feststellen, ob beispielsweise Verhärtungen oder derbe Knoten vorliegen, die dann meist krebsverdächtig sind. Ab dem 45. Lebensjahr werden im Rahmen der Früherkennung die Kosten der Vorsorgeuntersuchung von den Krankenkassen übernommen, ab dem 45. Lebensjahr wird sie empfohlen, insbesondere wenn in der Familie weitere Männer (beispielsweise der Vater oder Bruder) daran erkrankt sind. Die Vorsorgeuntersuchung wird durchgeführt, um die Diagnose möglichst früh und in einem noch heilbaren Stadium zu stellen.
Bildgebung
Alle bildgebenden Verfahren können bisher nur unzureichend zwischen gut- und bösartigen Veränderungen der Prostata unterscheiden. Insbesondere ist es mittels Ultraschall in aller Regel nicht möglich, eine diesbezügliche Unterscheidung zu treffen. Auch computertomografisch gelingt dies bisher nicht und selbst die konventionelle Magnetresonanztomographie kann diese wichtige Differenzierung nicht vornehmen. Insofern wurden spezielle Auswerteverfahren (multiparametrische Auswertung) entwickelt, die mit relativ hoher Sicherheit eine Einschätzung erlauben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Prostatakrebs vorliegt. Eine fünfstufige Klassifikation (PI-RADS) gibt dann das Ergebnis dieser Untersuchung wieder.
Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses – beispielsweise bei erhöhten Serum-PSA-Werten – kann das multiparametrische Prostata-MRT hilfreich sein, da es die zuverlässige Darstellung klinisch relevanter Tumoren erlaubt. Die Befundung erfolgt nach der PI-RADS Richtlinie. Sie stellt ein wesentliches Merkmal der Qualitätssicherung beim Prostata-MRT dar. Prof. Dr. D. Blondin, Chefarzt der Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin ist ausgewiesener Experte in der Befundung. Die Untersuchung erfolgt in Rückenlage ohne Einlegen einer Empfangsspule in den Enddarm. Es wird lediglich eine Oberflächenspule auf den Unterleib gelegt. Untersuchungsdauer etwa 30 min. Ergibt sich bei der Befundung der Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses, dann wird eine MRT-Fusionsbiopsie empfohlen. Dabei werden gezielt diese Herdbefunde durch eine Kombination von Bildfusion der MRT- und der Ultraschallaufnahmen und Punktion im kleinen Magnetfeld exakt mit einer bisher nicht gekannte Treffsicherheit biopsiert. Der Eingriff der Gewebeentnahme erfolgt in unserem Zentrum praktisch immer in einer sogenannten Analgosedierung, das heißt, dass intravenös ein Betäubungsmittel (keine Narkose) appliziert wird, so dass keine Schmerzen auftreten und der Patient erst aufwacht, wenn die Prozedur vorüber ist.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Exakte Biopsie bedeutet exakte Diagnostik und damit sichere Grundlage der Entscheidung zu einer Therapie, die auch darin bestehen kann, aktuell keine Behandlung durchzuführen, sondern eine Kontrolluntersuchung in einem Zeitintervall – beispielsweise in einem Jahr – durchzuführen und dann das gleiche Areal erneut zu biopsieren, um zu sehen, ob sich der Tumor in seiner Biologie verändert hat, beispielsweise bösartiger geworden ist oder nicht. Man spricht in diesem Fall von einer Active Surveillance, das heißt, kontrolliertem Zuwarten. Bisher war das nicht sinnvoll möglich, da beispielsweise die Kontrolle des PSA-Wertes alleine nicht ausreicht, um die nötige Sicherheit zu erzielen. Ein weiterer Vorteil von MRT und Fusionsbiopsie liegt darin, dass die Methode gesundheitlich unbedenklich ist, insbesondere keine Strahlenbelastung des Patienten bzw. Probanden auftritt. Nachteilig ist der relativ hohe technische und personelle Aufwand. Aktuell stellt diese Methode der Prostatauntersuchung den Stand der Technik dar.
Das Forum des gemeinsamen interdisziplinären Gedankenaustausches zwischen den Kooperationspartnern des Prostatakrebszentrums sind die prätherapeutische Konferenz und insbesondere die Tumorkonferenz. Jede Woche treffen sich die Vertreter des Zentrums und beraten über den Therapieplan eines jeden Patienten. Gemeinsam wird dann ein Plan erstellt, der die weiteren diagnostischen und therapeutischen Schritte festlegt. Dieser Behandlungsplan wird schriftlich ausgearbeitet und von den Kooperationspartnern unterzeichnet. Sodann wird er mit dem betroffenen Patienten in der Prostatasprechstunde vorgeschlagen und mit ihm diskutiert. Parallel hierzu erfolgt eine schriftliche Mitteilung an den betreuenden Urologen und Hausarzt.
Die Konferenzen finden einmal wöchentlich mittwochs von 11:30 bis 12:00 Uhr statt. Zuweisende Ärzte können nach vorheriger Anmeldung ebenfalls an der Konferenz teilnehmen, ihre Patienten in der Konferenz vorstellen oder die Patientenunterlagen zur Beurteilung zusenden, um eine Behandlungsempfehlung zu erhalten (Tel. 02166-394-2277 oder).
Das Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach etabliert Strukturen und Prozesse nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft, um eine Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten mit Prostatakarzinom zu erreichen. Hierzu erfolgt eine standardisierte Durchführung von Diagnostik und Behandlung des Prostatakrebses nach nationalen und europäisch anerkannten Qualitätskriterien und Leitlinien. Dies erreichen wir durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und einem partnerschaftlichen Umgang mit den Patienten.
Die quantitativen Ziele sind zunächst durch die Vorgaben des Kriterienkataloges der Deutschen Krebsgesellschaft definiert, wobei hier unsere Ziele nicht nur die Einhaltung, sondern auch die stetige Verbesserung der Vorgaben des Kriterienkataloges sind. Das Ziel einer hohen qualitativen Versorgung von Patienten mit Prostatakarzinom ist allen Mitarbeitern des Prostatakarzinomzentrums ein Anliegen und wird im Alltag durch alle verschiedenen Berufsgruppen umgesetzt. Des Weiteren will das Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach insbesondere
Einbeziehung aller notwendigen medizinischen und sozialen Institutionen,
Die PCO-Studie misst und vergleicht die Qualität lokal-begrenzter Prostatakrebsbehandlungen in den von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Prostatakrebszentren. Die Patienten dokumentieren und berichten ihren Gesundheitszustand bzw. Lebensqualität vor ihrer Behandlung als auch ein Jahr danach und in den folgenden Jahren. In denselben Intervallen dokumentieren und berichten die Ärzte die klinischen Werte dieser Patienten.
Die Struktur der Zusammenarbeit im Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach wird durch die nachfolgende Grafik wiedergegeben. Sie zeigt die Kooperationspartner, die um die Hauptkooperationspartner Urologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und Hämato-Onkologie gruppiert sind.

Städtische Kliniken Mönchengladbach GmbH
- Elisabeth-Krankenhaus Rheydt -
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2280
Telefax 02166 394-2728
