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Konzept

Das Konzept des Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach verfolgt strikt das Ziel, die Patientenversorgung zu optimieren. Durch den Zusammenschluss mehrerer verschiedener Fachbereiche wird das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. So kann dem Patienten mit Prostatakrebs eine individuellere Therapieform angeboten werden. Desweiteren wird durch die gebündelte Expertise aus verschiedenen medizinischen Disziplinen die Qualität der Beratung und Behandlung optimiert. Da das Prostatakrebszentrum die aktuelle S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft umsetzt, erhält der Patient gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit. Auf dieser Grundlage wollen wir unseren Patienten mit Prostatakrebs die bestmögliche Behandlung garantieren.

Der Patient mit Prostatakrebs steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Unter Berücksichtigung der Individualität jedes Patienten erfolgt die Entscheidungsfindung gemeinsam auf Basis aktueller Leitlinien. Dabei fühlen wir uns den ethischen Grundsätzen ärztlichen Handelns verpflichtet. In ganzheitlicher Betrachtung schätzen wir die Männer mit Prostatakrebs in allen Stadien der Erkrankung, sodass eine hochwertige und umfassende Versorgung von allen Mitarbeitern angestrebt wird.

Qualität genießt im Zentrum oberste Priorität. Als Beleg hierfür gilt das Offenlegen unserer Ergebnisse und Zertifizierungen. Mit dem Ziel der stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung werden Fehler analysiert und multiprofessionell Maßnahmen zur künftigen Vermeidung festgelegt. In der interdisziplinären Kooperation nutzen und ergänzen wir vorhandene Kompetenzen. Insgesamt beruht der Umgang auf Vertrauen, Fairness, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung.

Prostataerkrankungen

Die häufigsten Prostataerkrankungen sind die Entzündung (Prostatitis), die gutartige Vergrößerung (Hyperplasie) und der Prostatakrebs (Prostatakarzinom).

Entzündung (Prostatitis)

Entzündungen der Prostata können akut oder aber chronisch wiederkehrend auftreten. Meist liegen bakterielle Infektionen vor. Im akuten Fall treten typische Entzündungszeichen wie Fieber, Schmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl und irritative Beschwerden beim Wasserlassen, wie häufiges Lassen geringer Urinmengen (Pollakisurie), erschwertes Wasserlassen (Dysurie) oder Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) auf. Die Behandlung ist konservativ, das heißt, es wird mit Antibiotika und allgemein schmerz- und fiebersenkenden Medikamenten behandelt. Nach Tagen ist eine deutliche Verbesserung feststellbar. Einen Spezialfall der akuten Prostataentzündung stellt der Abszess dar, der eine umgehende Entlastung (operativer Eingriff) erforderlich macht. Bei der chronischen (oder chronisch wiederkehrenden) Form der Entzündung der Prostata ist die Symptomatik in aller Regel relativ gering und sie bedarf meist keiner akuten Therapie. Sie ist oft mit der gutartigen Vergrößerung vergesellschaftet und trägt durch das Ödem teilweise zur Erschwerung beim Wasserlassen bei.

Gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie (BPH))

Die gutartige Vergrößerung der Prostata tritt meist beginnend ab dem 40. Lebensjahr sehr langsam auf und ist einer Veränderung des Verhältnisses der Konzentrationen der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone geschuldet und wirkt sich häufig zunächst mit einer sogenannten irritativen Symptomatik beim Wasserlassen und später mit einer Obstruktion aus. Startverzögerung, eine Abschwächung und Unterbrechung des Harnstrahles, Nachträufeln, häufiges Wasserlassen - insbesondere auch nachts - und eine beginnende Dekompensation des unteren Harntrakts (Harnblase) mit Restharnbildung sind typische Anzeichen. Nach einer medikamentösen Behandlung mit einem uroselektiven Alpha-1-Blocker (Tamsulosin) oder Finasterid muss häufig bei progredienter Symptomatik eine operative Behandlung durchgeführt werden. Ziel ist dabei eine Desobstruktion der Ausflussbahn der Harnblase. Bei der Operation wird Prostatagewebe, die sogenannte Innendrüse, entfernt oder zerstört. Mehrere Verfahren stehen hierzu zur Verfügung. Die am häufigsten angewandten sind die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TURP, mono- oder bipolar) und die Laserbehandlungen. Anschließend kann die Harnblase wieder effektiv, das heißt restharnfrei und mit guter Kraft des Harnstrahles, entleert werden.

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Lesen Sie hierzu bitte den nächsten Punkt „Prostatakrebs“.

Prostatakrebs

Aktuell erkranken in Deutschland jährlich etwa 67.000 Männer neu an Prostatakrebs. Das entspricht etwa 26% der neu diagnostizierten Krebse bei Männern oder anders ausgedrückt heißt das, dass 110 von 100.000 Männern daran erkranken. Damit ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern überhaupt. Seine Bedeutung wird noch einmal dadurch unterstrichen, dass jährlich 12.000 Männer daran versterben. Daher hat die Behandlung dieser Krebserkrankung an unserem Zentrum einen herausragenden Stellenwert. Die Kooperationspartner im Gesundheitswesen – Politik, medizinische Fachgesellschaften und Krankenversicherer – haben erkannt, dass gerade die Behandlung eines derart häufigen Tumors auf höchstem Qualitätsniveau erfolgen muss. Unter Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft wurden in der jüngsten Vergangenheit die Bedingungen dafür geschaffen, dass sich die Behandlungspartner unter strengen Voraussetzungen zu Prostatakrebszentren formieren können.

Diagnostik

Prostataspezifisches Antigen (PSA)

Zur Untersuchung der Prostata stehen neben einer Blutuntersuchung (PSA), die rektale Tastuntersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung, wie beispielsweise transrektaler Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie. Bei der Untersuchung interessiert neben der Größe insbesondere die Tatsache, ob eine gut- oder bösartige Erkrankung vorliegt. Dabei kann die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum einen entsprechenden Hinweis geben. Der PSA-Wert ist allerdings sowohl bei der gutartigen Vergrößerung als auch der Entzündung (Prostatitis) und auch beim Krebs meist erhöht. Die Anstiegsgeschwindigkeit des Wertes im zeitlichen Verlauf ist typischerweise bei der gutartigen Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie (BPH)) relativ langsam, beim Krebs (Karzinom) deutlich schneller und bei der Entzündung am schnellsten. Auf jeden Fall bedürfen erhöhte Werte der Abklärung, insbesondere Werte über 4 ng/ml.

Rektale Untersuchung

Die Tastuntersuchung, die durch den After durchgeführt wird, kann neben der Größe der Prostata feststellen, ob beispielsweise Verhärtungen oder derbe Knoten vorliegen, die dann meist krebsverdächtig sind. Ab dem 45. Lebensjahr werden im Rahmen der Früherkennung die Kosten der Vorsorgeuntersuchung von den Krankenkassen übernommen, ab dem 45. Lebensjahr wird sie empfohlen, insbesondere wenn in der Familie weitere Männer (beispielsweise der Vater oder Bruder) daran erkrankt sind. Die Vorsorgeuntersuchung wird durchgeführt, um die Diagnose möglichst früh und in einem noch heilbaren Stadium zu stellen.

Bildgebung

Alle bildgebenden Verfahren können bisher nur unzureichend zwischen gut- und bösartigen Veränderungen der Prostata unterscheiden. Insbesondere ist es mittels Ultraschall in aller Regel nicht möglich, eine diesbezügliche Unterscheidung zu treffen. Auch computertomografisch gelingt dies bisher nicht und selbst die konventionelle Magnetresonanztomographie kann diese wichtige Differenzierung nicht vornehmen. Insofern wurden spezielle Auswerteverfahren (multiparametrische Auswertung) entwickelt, die mit relativ hoher Sicherheit eine Einschätzung erlauben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Prostatakrebs vorliegt. Eine fünfstufige Klassifikation (PI-RADS) gibt dann das Ergebnis dieser Untersuchung wieder.

MRT-Fusionsbiopsie

Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses – beispielsweise bei erhöhten Serum-PSA-Werten – kann das multiparametrische Prostata-MRT hilfreich sein, da es die zuverlässige Darstellung klinisch relevanter Tumoren erlaubt. Die Befundung erfolgt nach der PI-RADS Richtlinie. Sie stellt ein wesentliches Merkmal der Qualitätssicherung beim Prostata-MRT dar. Prof. Dr. D. Blondin, Chefarzt der Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin ist ausgewiesener Experte in der Befundung. Die Untersuchung erfolgt in Rückenlage ohne Einlegen einer Empfangsspule in den Enddarm. Es wird lediglich eine Oberflächenspule auf den Unterleib gelegt. Untersuchungsdauer etwa 30 min. Ergibt sich bei der Befundung der Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses, dann wird eine MRT-Fusionsbiopsie empfohlen. Dabei werden gezielt diese Herdbefunde durch eine Kombination von Bildfusion der MRT- und der Ultraschallaufnahmen und Punktion im kleinen Magnetfeld exakt mit einer bisher nicht gekannte Treffsicherheit biopsiert. Der Eingriff der Gewebeentnahme erfolgt in unserem Zentrum praktisch immer in einer sogenannten Analgosedierung, das heißt, dass intravenös ein Betäubungsmittel (keine Narkose) appliziert wird, so dass keine Schmerzen auftreten und der Patient erst aufwacht, wenn die Prozedur vorüber ist. 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Exakte Biopsie bedeutet exakte Diagnostik und damit sichere Grundlage der Entscheidung zu einer Therapie, die auch darin bestehen kann, aktuell keine Behandlung durchzuführen, sondern eine Kontrolluntersuchung in einem Zeitintervall – beispielsweise in einem Jahr – durchzuführen und dann das gleiche Areal erneut zu biopsieren, um zu sehen, ob sich der Tumor in seiner Biologie verändert hat, beispielsweise bösartiger geworden ist oder nicht. Man spricht in diesem Fall von einer Active Surveillance, das heißt, kontrolliertem Zuwarten. Bisher war das nicht sinnvoll möglich, da beispielsweise die Kontrolle des PSA-Wertes alleine nicht ausreicht, um die nötige Sicherheit zu erzielen. Ein weiterer Vorteil von MRT und Fusionsbiopsie liegt darin, dass die Methode gesundheitlich unbedenklich ist, insbesondere keine Strahlenbelastung des Patienten bzw. Probanden auftritt. Nachteilig ist der relativ hohe technische und personelle Aufwand. Aktuell stellt diese Methode der Prostatauntersuchung den Stand der Technik dar.

Tumorkonferenz

Das Forum des gemeinsamen interdisziplinären Gedankenaustausches zwischen den Kooperationspartnern des Prostatakrebszentrums sind die prätherapeutische Konferenz und insbesondere die Tumorkonferenz. Jede Woche treffen sich die Vertreter des Zentrums und beraten über den Therapieplan eines jeden Patienten. Gemeinsam wird dann ein Plan erstellt, der die weiteren diagnostischen und therapeutischen Schritte festlegt. Dieser Behandlungsplan wird schriftlich ausgearbeitet und von den Kooperationspartnern unterzeichnet. Sodann wird er mit dem betroffenen Patienten in der Prostatasprechstunde vorgeschlagen und mit ihm diskutiert. Parallel hierzu erfolgt eine schriftliche Mitteilung an den betreuenden Urologen und Hausarzt.

Die Konferenzen finden einmal wöchentlich mittwochs von 11:30 bis 12:00 Uhr statt. Zuweisende Ärzte können nach vorheriger Anmeldung ebenfalls an der Konferenz teilnehmen, ihre Patienten in der Konferenz vorstellen oder die Patientenunterlagen zur Beurteilung zusenden, um eine Behandlungsempfehlung zu erhalten (Tel. 02166-394-2277 oder urologie@sk-mg.de).

Qualitätssicherung

Das Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach etabliert Strukturen und Prozesse nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft, um eine Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten mit Prostatakarzinom zu erreichen. Hierzu erfolgt eine standardisierte Durchführung von Diagnostik und Behandlung des Prostatakrebses nach nationalen und europäisch anerkannten Qualitätskriterien und Leitlinien. Dies erreichen wir durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und einem partnerschaftlichen Umgang mit den Patienten.

Die quantitativen Ziele sind zunächst durch die Vorgaben des Kriterienkataloges der Deutschen Krebsgesellschaft definiert, wobei hier unsere Ziele nicht nur die Einhaltung, sondern auch die stetige Verbesserung der Vorgaben des Kriterienkataloges sind. Das Ziel einer hohen qualitativen Versorgung von Patienten mit Prostatakarzinom ist allen Mitarbeitern des Prostatakarzinomzentrums ein Anliegen und wird im Alltag durch alle verschiedenen Berufsgruppen umgesetzt. Des Weiteren will das Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach insbesondere

  • die Förderung der Früherkennung von Prostatakrebs,
  • die Festlegung der bestmöglichen Therapie durch interdisziplinäre Tumorkonferenzen,
  • die ganzheitliche Versorgung und Betreuung der betroffenen Männer unter

Einbeziehung aller notwendigen medizinischen und sozialen Institutionen,

  • die Erhöhung der Heilungsrate und
  • die Verbesserung der Lebensqualität Betroffener erreichen.
Studien

Mit einer Studie können bestimmte Behandlungsformen auf ihre Wirksamkeit überprüft und wissenschaftliche Fragestellungen beantwortet werden. Das übergeordnete Ziel ist die Verbesserung medizinischer Behandlungen. Die drei folgenden Fragen werden häufig gestellt und hier schon beantwortet.

1. Wie ist der Ablauf der Studie, welche Daten werden erhoben und was muss ich bei der Teilnahme beachten?

Die Durchführung einer Studie ist streng an ein Protokoll gebunden, Abweichungen sind untersagt. Der Ablauf wird in der Patienteninformation ausführlich beschrieben und in einem ausführlichen Gespräch werden die Teilnahmebedingungen geklärt. Es werden grundsätzlich nur studienrelevante Daten in anonymisierter Form erhoben.

2. Welchen Nutzen habe ich persönlich und welche Risiken sind mit der Teilnahme verbunden?

Sie haben die Möglichkeit an einem neuartigen, noch nicht zugelassenen Behandlungsangebot teilzunehmen, dessen Vorläuferstudien ein gutes Ansprechen der Therapie gezeigt haben. Jede Therapie hat auch Nebenwirkungen, sogenannte „Unerwünschte Ereignisse“. Im Rahmen einer Studie werden diese zusammengetragen und bilden eine der wichtigsten Grundlagen bei der Zulassung der Prüfsubstanz beziehungsweise der Therapieform.

3. Was geschieht mit meinen Daten?

Die Daten werden anonymisiert und für den Zeitraum der Studie nach den Datenschutzrichtlinien gespeichert.

Nachfolgend sind die Studien beschrieben, an denen das Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach teilnimmt, meist als peripheres Studienzentrum in enger Kooperation mit dem angegebenen Zentrum. Sobald das beantragte Ethikvotum der Ärztekammer Nordrhein vorliegt, können Patienten in eine der folgenden Studien eingeschlossen werden. Zwischenzeitlich stellen wir die in Frage kommenden Patienten beziehungsweise Studienteilnehmer im übergeordneten Zentrum vor. Eine Ausnahme bildet die erste Studie, die PCO Studie. In sie sind in den zurückliegenden Monaten schon zahlreiche Prostatakrebspatienten aufgenommen worden.

1. PCO Studie EPIC-26 Fragebogen (Quelle: www.pco-study.com) in Kooperation mit Deutsche Krebsgesellschaft e.V., OnkoZert

In der PCO-Studie wird erstmalig die Lebensqualität von Patienten mit Prostatakarzinom mit einem weltweit einheitlichen Patientenfragebogen gemessen. Das „Prostate Cancer Outcomes“ Projekt will dazu beitragen, die physische und psychische Gesundheit von Männern, die wegen eines lokalen Prostatakarzinoms behandelt werden, zu verbessern. In diesem Projekt sollen in Kliniken aus einer Vielzahl von Ländern systematisch klinische und patientenseitig berichtete Endpunkte (sogenannte „Patient Reported Outcomes – PROs“) zum lokal begrenzten Prostatakarzinom gemessen und (anonym) verglichen werden. Dabei nutzen alle teilnehmenden Kliniken prospektiv einen einheitlichen Datensatz, der zur Messung der patientenseitig berichteten Endpunkte den „EPIC-26“, einen international etablierten Fragebogen zur Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, beinhaltet. Darüber hinaus werden weitere Variablen gemessen, die diese Endpunkte beeinflussen können. Diese Variablen werden annähernd vollständig bereits im Rahmen der DKG-Zertifizierung von den Zentren berichtet. Neben dem Wissenstransfer zwischen den teilnehmenden Zentren geht es auch um die Verbreitung dieses Wissens über diesen Kreis hinaus. In dieser Studie wird das von den Patienten berichtete Behandlungsergebnis erstmalig in dieser Größenordnung international verglichen. Deshalb ist Ihre Teilnahme an diesem Projekt so wichtig. Durch Ihre Rückmeldung kann die Qualität der Behandlung des Prostatakrebses verbessert werden.

2. TRITON 3_CO-338-063 in Kooperation mit Uniklinik Köln, Urologie (Prof. Dr. A. Heidenreich)

Bei der TRITON 3 Studie handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie zu Rucaparib, einem PARP-Inhibitor, im Vergleich zur Behandlungswahl des Arztes bei Patienten mit einem hormonrefraktären metastasierten Prostatakrebs (mCRPC), der mit einer homologen Rekombinationsdefizienz im Zusammenhang steht: auf den Androgenrezeptor gerichtete Zweitlinientherapie (Abirateronacetat oder Enzalutamid) oder Therapie mit Docetaxel als Behandlung für mCRPC-Patienten, bei denen es unter einer früheren, auf den Androgenrezeptor gerichtete Therapie (Abirateronacetat, Enzalutamid, Apalutamid oder in der Erprobung befindlicher, auf den Androgenrezeptor gerichteten Wirkstoff) zu einem Progress gekommen ist und die bislang keine Chemotherapie im kastrationsresistenten Setting erhalten haben. In diese Studie können Patienten mit einem hormonrefraktären metastasierten Prostatakrebs mit schädlichen Mutationen im BRCA1/2-Gen oder ATM-Gen aufgenommen.

3. PROBASE Studie (Quelle: In Anlehnung an Studienprotokoll PROBASE-Studie) in Kooperation mit Universitätsklinikum Düsseldorf UKD, Klinik für Urologie (Prof. Dr. P. Albers)

Die Bestimmung der Spiegel des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut spielt sowohl eine wichtige Rolle in der Diagnostik des Prostatakrebs – von Medizinern Prostatakarzinom genannt – als auch bei der Kontrolle der Prostatakrebstherapie. In der Früherkennung ist sie hingegen umstritten. Zum einen lassen sich durch das PSA-Screening, das heißt die Ermittlung des PSA-Wertes bei allen Männern ab einem bestimmten Alter in regelmäßigen Abständen, Prostatakarzinome früher erkennen und daher besser behandeln, was die Sterblichkeit reduziert. Zum anderen haben Männer mit Prostatakrebs zum Teil eine so günstige Prognose, dass sie nicht zwingend eine Behandlung benötigen. Diese beginnt aber häufig, wenn ein Prostatakrebs festgestellt wird. Zudem sind bei der PSA-Messung Ergebnisse möglich, die fälschlicherweise für das Vorliegen eines Prostatakrebs sprechen. Aus diesem Grund kann das generelle PSA-Screening weitere, körperlich und psychisch oft belastende Untersuchungen und Behandlungen nach sich ziehen, die ohne Screening nicht erfolgt wären. Vor diesem Hintergrund haben im System der Gesetzlichen Krankenversicherung Männer ab 45 Jahre derzeit einen Anspruch auf die Erstattung einer jährlichen Tastuntersuchung. Die PSA-Bestimmung wird hingegen nur vergütet, wenn der Mann Beschwerden aufweist, die auf eine Prostataerkrankung hinweisen. Männer, die eine Früherkennung mittels PSA-Bestimmung wünschen, müssen diese und ggf. eine Ultraschalluntersuchung der Prostata vom Darm aus als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) jedoch selbst bezahlen.

In der PROBASE-Studie (Risk-adapted prostate cancer early detection study based on a “baseline” PSA value in young men – a prospective multicenter randomized trial) wird ein modernes Konzept zum generellen PSA-Screening untersucht. Bei dieser risikoadaptierten Strategie erfolgen die PSA-Tests in Abhängigkeit vom individuellen Risiko des Mannes, das anhand eines Basis-PSA-Wertes im Alter von 45 bzw. 50 Jahren ermittelt wird.

Die 45-jährigen Teilnehmer werden über die Einwohnermeldeämter ausgewählt und über die Studienzentren zur Studienteilnahme eingeladen. Die Meldebehörden sind befugt, Daten zu wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Eine selbständige Teilnahme von Männern dieser Altersgruppe ist nicht möglich, weil es sich um eine epidemiologische Studie handelt, die sonst in der Auswahl der Teilnehmer verzerrt wäre.

4. PROMM-AS Studie in Kooperation mit Universitätsklinikum Düsseldorf UKD, Klinik für Urologie (Prof. Dr. P. Albers)

Die Diagnose “Prostatakrebs“ (Prostatakarzinom, abgekürzt: PCA) wird in der Regel anhand von Gewebeproben aus der Prostata – beispielsweise im Rahmen einer Stanzbiopsie - gestellt. Die Gewebeproben können ultraschallgesteuert über den Enddarm aus der Prostata entnommen (transrektale ultraschallgesteuerte Gewebeentnahme aus der Prostata, abgekürzt: TRUS-PE) werden. Für Patienten mit diagnostiziertem Prostatakarzinom gibt es abhängig von dem Stadium verschiedene Therapieoptionen. In den aktuellen Leitlinien wird zum einen zwischen metastasierten (Tumorherde im Körper gestreut) und nicht metastasierten Prostatakarzinomen unterschieden. Die nicht metastasierten, also auf die Prostata begrenzten Prostatakarzinome, werden je nach Höhe des im Blut bestimmten Tumormarkers (prostataspezifisches Antigen, abgekürzt: PSA) und des histologischen Untersuchungsergebnisses (Gleason Score) in Niedrig-, Intermediär-/Mittel- und Hoch-Risikogruppen unterschieden. Für die Patienten in der Niedrigrisikogruppe (Gleason Score 3+3=6, PSA-Wert ≤10 ng/ml, maximal 2 Stanzbiopsien positiv bei einer Mindestzahl von 12 Stanzbiopsien) und im Rahmen von Studien auch bei einem Gleason Score 3+4=7a (Intermediär-Risikogruppe) gibt es neben der Operation und der Bestrahlung auch die Möglichkeit einer aktiven Überwachungstherapie (Active Surveillance, abgekürzt: AS).

Diese Therapieoption sieht laut aktueller Leitlinie vor, den Tumor in den ersten beiden Jahren 3-monatlich mittels PSA-Wertkontrollen und Tastuntersuchung (Digital-rektale Untersuchung, abgekürzt: DRU) zu kontrollieren sowie die Durchführung einer Wiederholungsbiopsie (TRUS-PE) alle 12 bis 18 Monate in den ersten drei Jahren, sofern die Tastuntersuchung und der PSA-Wert nicht auffällig sind. Bei stabilen Befunden kann dieses Untersuchungsintervall auf drei Jahre erweitert werden. Studienergebnisse haben gezeigt, dass etwa 1/3 aller Patienten (28%), die unter aktiver Überwachung standen, bereits nach einem Jahr einen Progress des Tumorbefundes in der Wiederholungsbiopsie zeigten, obwohl der PSA-Wert und die DRU weiterhin keine Änderung zeigten.

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mp-MRT) kann die Diagnostik der Prostata optimieren. In den letzten Jahren gibt es zunehmend Studien und Veröffentlichungen zur mp-MRT der Prostata, die Informationen über Lage, Ausdehnung und Größe liefern sowie eine gezielte Probenentnahme aus auffälligen Arealen ermöglichen. Die mp-MRT hat aufgrund ihres hohen Weichteilkontrastes und durch den Einsatz spezieller Techniken eine höhere Genauigkeit in der Diagnostik bösartiger Prostatatumore. Durch den Einsatz des mp-MRT können bösartige Tumore in Arealen der Prostata erkannt werden, die aufgrund ihrer Lage mit einer üblichen TRUS-PE zumeist nicht erreicht werden kann. Logische Konsequenz ist daher eine MRT-gezielte Biopsie der auffälligen Prostata-Areale. Bei der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie wird Software-unterstützt das MRT-Bild auf das Ultraschall-Bild “überlagert“ (fusioniert). Dies ermöglicht es dem Arzt eine gezielte Biopsie durchzuführen.

Ziel der Studie ist die Klärung der Frage, ob mit Hilfe der mp-MRT nach Ablauf von 24 Monaten mehr Patienten in der aktiven Überwachungstherapie gehalten werden können als es momentan in der Literatur beschrieben wird und diese hierdurch sicher überwacht werden können.

Zusammenarbeit im Zentrum

Die Struktur der Zusammenarbeit im Prostatakrebszentrum Städtische Kliniken Mönchengladbach wird durch die nachfolgende Grafik wiedergegeben. Sie zeigt die Kooperationspartner, die um die Hauptkooperationspartner Urologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und Hämato-Onkologie gruppiert sind.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2251
Telefax 02166 394-2728
E-Mail urologie@sk-mg.de

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Auszeichnungen & Zertifizierungen

 

Qualitätsbericht (ca. 2,6 MB)

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