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Pressemitteilung

Rat des Eli-Radiologen über Deutschland hinaus gefragt

Prof. Dr. Dirk Blondin ist Chefarzt der Radiologie an den Städtischen Kliniken Mönchengladbach GmbH. Unter allen gängigen Diagnose- und Therapieverfahren, seien es nun CT, DSA, oder das `normale Röntgen´, reizt ihn an seiner täglichen Arbeit besonders, „dass ich mit dem MRT, also dem Magnetresonanztomographen, nicht nur die Anatomie sondern auch die Struktur der Organe analysieren und zum Beispiel Informationen über die Zelldichte und Durchblutung erfassen kann.“

Die Analysemöglichkeiten, die ein MRT bietet, fasziniert ihn schon lange, schon zu seiner Zeit an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Seit 2009 untersucht er die Prostata im MRT: „Hier eröffnen sich über die anatomische Darstellung hinaus viele weitere Tore.“ Die präzisen Diagnose- und Analysemöglichkeiten mit einem MRT nutzte er auch an anderen Organen und die multiparametrische MRT der Transplantatnieren war Gegenstand seiner Habilitation. Unter anderem führten Forschungsarbeiten zum Prostata-MRT zur Verleihung der APL-Professur an der Medizinischen Fakultät in Düsseldorf.

„Wegen der relativ hohen Strahlenexposition sind funktionelle Untersuchungen im CT nur in Ausnahmefällen angezeigt, beschreibt Dirk Blondin die Problematik, „wenn es um einen hohen Weichteilkontrast und funktionelle Darstellungen geht, dann ist die MRT gestützte Untersuchung immer von Vorteil.“

Der Radiologe macht es noch deutlicher und damit den Patienten auch Mut. Ein Prostatakrebs sei in der heutigen Zeit dank der optimierten Diagnostik durch das multiparametrische Prostata-MRT und der gezielten Biopsie besser und genauer nachzuweisen als früher: „Durch eine frühe Diagnose kann bei entsprechender Eignung des Patienten ein gut differenziertes Prostatakarzinom durch den niedergelassenen Urologen aktiv überwacht werden. Hierbei wird die kurative, also heilende Behandlung kontrolliert verschoben bzw. hinausgezögert. Das Risiko der Erkrankung wird durch eine gründliche Überwachung kontrolliert, aber die möglichen Komplikationen durch die Behandlung, egal ob OP oder Bestrahlung, werden hierdurch zeitlich nach hinten verlagert.“ Die Überwachung des Patienten erfolgt durch eine vierteljährliche PSA-Kontrolle, wiederkehrende MRT-Untersuchungen und gezielten Biopsien.

Seit 2018 besagt die S3 Leitlinie, dass vor einem Einschluss eines Patienten in die Behandlungsform der aktiven Überwachung ein Prostata-MRT erfolgen soll. Denn im MRT können insbesondere höhergradige, also aggressivere Tumoren erkannt werden, die den Aufschub einer Behandlung untersagen würden. Somit reduziert das Prostata-MRT den Fehler eines fälschlichen Einschlusses eines Patienten in die aktive Überwachung um ca. 60 Prozent. Hierdurch wird die aktive Überwachung sicherer. Heutzutage werden bereits ein Viertel aller Patienten mit einem Prostata-Krebs aktiv überwacht.

Prof. Blondin ist überzeugt, dass der MRT-gestützten Biopsie die Zukunft gehört: „Die neue Version der deutschen S3 Leitlinie wird in Kürze veröffentlicht und der Stellenwert des MRT ist erneut gestiegen. Neu ist nun, dass vor jeder Biopsie ein Prostata-MRT gemacht werden soll, also auch schon vor der ersten Biopsie. Bisher galt dies nur für die erneute Biopsie. Natürlich kommt es trotz dieser Möglichkeiten und der technischen Unterstützung am Ende immer noch auf die Expertise, das Wissen und die Erfahrung des Untersuchenden an.“

Selbstredend bestehe bei den Prostata-Untersuchungen traditionell eine enge Kooperation mit den Urologen. Wobei Vernetzung ein gutes Stichwort ist, so Prof. Blondin: „Ich werde zum Beispiel aus dem gesamten deutschsprachigen Raum konsultiert, wenn es um Zweitmeinungen geht.“ Diese Nachfrage seiner Expertise hänge sicher auch damit zusammen, dass er mit seinen Kollegen Priv.-Doz. Dr. Lars Schimmöller aus Düsseldorf und dem Kölner Priv.-Doz. Dr. Michael Quentin rund zehnmal im Jahr Fortbildungen für niedergelassene Radiologen in Deutschland, aber auch Österreich und der Schweiz abhält: „Dieses Jahr sind wir unter anderem in Salzburg, Basel und Hamburg.“

Im letzten Herbst ist das Buch der drei Experten, Prostata-MRT und MRT-gestützte Biopsie (UNI-MED Verlag AG), bereits in der zweiten Auflage erschienen. Wie seine beiden Kollegen hat Dirk Blondin von der Deutschen Röntgengesellschaft die höchste Qualifizierungsstufe Prostata-MRT, die so genannte Q2 Zertifizierung. Diese Zertifizierung kann erst nach dem Facharzt erworben werden und erfolgt in zwei Stufen. Die drei Radiologen Blondin, Schimmöller und Quentin sorgen mit Ihren Fortbildungen und dem Buch dafür, dass die Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der modernen Prostata-Diagnostik in der Breite zunehmen, damit Patienten an möglichst vielen Orten eine radiologische Versorgung auf hohem Niveau erhalten können.

Allein im vergangenen Jahr haben Prof. Blondin und sein Team an den Städtischen Kliniken in Mönchengladbach 1.000 Prostatauntersuchungen im MRT durchgeführt, davon neun so genannte in-bore Biopsien. Das sind gezielte Probeentnahmen aus der Prostata direkt im MRT. Diese besondere Form der Biopsie ist eine spezielle Ersatzmethode, wenn in einer zuvor erfolgten Fusionsbiopsie, kein Prostatakrebs gefunden wurde, im MRT aber der dringende Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht. Nur in solchen Fällen kann dann die erneute Biopsie direkt im MRT erfolgen, damit abschließend geklärt wird, was bei dem Patienten wirklich vorliegt. Die Standard-Methode der gezielten, MRT-gestützten Prostata-Biopsie bleibt aber die Fusionsbiopsie, bei der die MRT-Aufnahmen mit dem Ultraschall überlagert, also fusioniert werden. „Eine enge klinische Zusammenarbeit mit den urologischen Kollegen ist sehr wichtig für eine erfolgreiche Diagnostik“, sagt Dirk Blondin.

Weitere Infos unter: www.sk-mg.de

Im Bild unten sehen Sie:
das im deutschsprachigen Raum anerkannte Kompetenzteam für Prostata-MRT und MRT-gestützte Biopsien. v.l.n.r.: PD Dr. Lars Schimmöller, PD Dr. Michael Quentin und Prof. Dr. Dirk Blondin, Chefarzt der Radiologie am Eli.

Quelle: privat

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