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Behandlungsspektrum

In unserer Abteilung werden sämtliche Erkrankungen der Allgemeinen Chirurgie auf maximalem Versorgungsniveau behandelt. Zusätzlich dazu haben wir uns auf mehrere, wesentliche Teilgebiete der Viszeralchirurgie fokussiert, die die operative Behandlung von Erkrankungen des Bauchraumes, des Brustkorbes und der endokrinen „Drüsen“ beinhalten. Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten über die unten genannten Schwerpunkte.

Onkologische Chirurgie

Die onkologische Chirurgie befasst sich mit der operativen Behandlung von Tumoren des Verdauungstraktes. Hier erfüllt die Abteilung einen überregionalen Versorgungsauftrag, der dem Schwerpunktcharakter der Klinik Rechnung trägt.
Das Herzstück der Tumortherapie am Elisabeth-Krankenhaus liegt in der seit Jahren tagenden, interdisziplinären Tumorkonferenz, in der alle relevanten Fachbereiche entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen des Betroffenen einen individuellen Behandlungsplan erstellen, der aktuelle Empfehlungen von Fachgesellschaften berücksichtigt. Nur in diesem Verbund kann die Onkologische Chirurgie als Kernleistungserbringer erfolgreich sein.
Informieren Sie sich hier über die häufigsten Tumorerkrankungen, allerdings kann dies ein persönliches Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzten.

Kolorektales Karzinom

Jedes Jahr erkranken über 70.000 Menschen an einem Darmkrebs, damit zählt dieser Tumor zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen überhaupt. Daher hat die Behandlung des kolorektalen Karzinoms an unserer Klinik einen herausragenden Stellenwert.

Im Rahmen der von der Deutschen Krebsgesellschaft herausgegebenen S3-Leitlinie wird für jeden Patienten in der wöchentlichen Tumorkonferenz ein individueller Behandlungsplan erstellt, der sämtliche zur Zeit verfügbare Behandlungsmodalitäten berücksichtigt. Die chirurgische Therapie als wesentlicher Schritt der Krebsbehandlung folgt modernsten Operationsverfahren unter Anwendung konventioneller, radikal-chirurgischer Maßnahmen ebenso wie der minimal-invasiven Chirurgie. Als erstes Zentrum der Region Mönchengladbach verfügt die Abteilung ebenfalls über die Möglichkeit der sog. Transanal Endoskopischen Mikrochirurgie (TEM) zur Behandlung von Enddarm-Krebs in frühem Krankheitsstadium. Hierdurch kann - unter Vermeidung einer Bauchhöhleneröffnung - ein Enddarmkrebs unter bestimmten Vorraussetzungen über den natürlichen Darmausgang entfernt und geheilt werden. Alle Eingriffe werden unter den Bedingungen der perioperativen Frührehabilitation (fast track Chirurgie) durchgeführt, die es ermöglicht, die Klinik auch nach einer großen Bauchraum-Operation ab dem 5. postoperativen Tag wieder zu verlassen.

Detail-Informationen und Angaben zur Behandlungsqualität der letzten Jahre finden Sie hier auf der Website des Darmzentrums unserer Klinik.

Pankreas-Karzinom

Die einzige Behandlung mit Heilungschance besteht in einer vollständigen Entfernung des Tumors, wobei die Operation technisch anspruchsvoll ist und einer entsprechenden Erfahrung bedarf.
Bauchspeicheldrüsentumore sind einer Gewebsproben-Untersuchung von außen nicht verlässlich zugänglich, sodaß die bildgebende Diagnostik mit Computertomographie sowie Kernspinuntersuchung der Gallenwege und der großen Eingeweide-Gefäße besonders wichtig ist. Diese Untersuchungen stehen am Haus selbstverständlich zur Verfügung. Kommt es durch den Tumor zur einer Einengung des Hauptgallenganges, so resultiert eine Gelbverfärbung der Haut und der Augen; in diesen Fällen kann eine endoskopische Gallengangsdarstellung (ERCP) wichtig sein. Diese wird durch die Klinik für Gastroenterologie ebenfalls am Haus ausgeführt.
Für die häufigeren Tumoren des Bauchspeicheldrüsenkopfes wird auch heute noch in den meisten Kliniken neben der erforderlichen Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes und des 12-Fingerdarms eine Teilentfernung des Magen ausgeführt (Whipple`sche Operation). An den Städtischen Kliniken verzichten wir auf die Magenteilentfernung und führen – wo immer möglich – eine magenerhaltende Operation aus, um negative Folgen des Eingriffes so gering wie möglich zu halten (Vorgehen nach Traverso / Longmire).
Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine ambulante Chemotherapie erforderlich sein. Die Entscheidung hierzu fällt in der wöchentlich tagenden Tumor-Konferenz.

Ösophaguskarzinom

Der Speiseröhrenkrebs ist mit einer Neuerkrankungsrate von etwa 5 Krankheitsfällen auf 100.000 Einwohnern pro Jahr eher selten. Es gibt im wesentlichen zwei verschiedene Tumortypen; das sog. Plattenepithelkarzinom entsteht durch übermäßigen Genuss von Alkohol und Nikotin, das sog. Barrett-Karzinom wird durch chronisches Sodbrennen begünstigt. Dieser Tumor hat zur Zeit die höchsten Zuwachsraten aller bösartigen Erkrankungen.
In den vergangenen Jahren konnten deutliche Fortschritte in der Behandlung des Speiseröhrenkrebses erzielt werden; dies betrifft in erster Linie die erheblich verbesserte Sicherheit der Operation in ausgewiesenen Händen. Bei begrenzten Tumoren kann die alleinige Entfernung des Tumors über eine Magenspiegelung, die durch die Klinik für Gastroenterologie ausgeführt wird, erfolgreich sein. In seltenen Fällen kann die Entfernung des unteren Speiseröhrenanteils, die Operation nach Merendino,  angezeigt sein, um die komplette Entfernung der Speisröhre zu vermeiden. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist die Entfernung der Speisröhre über den Brustkorb unumgänglich, und die Speisepassage wird durch einen entsprechend gestalteten „Magenschlauch“ erhalten. Auch nach einer derartigen, aufwändigen Operation ist die Lebensqualität heute gut.
In bestimmten Fällen kann die Kombination aus Operation und Strahlen- oder Chemotherapie helfen, die Heilungschance der Erkrankung zu verbessern. Auch hier ist die Diskussion aller Fachdisziplinen in unserer Tumorkonferenz entscheidend.
Durch diese gemeinsamen Anstrengungen garantiert unsere Klinik eine Versorgung dieses problematischen Krankheitsbildes auf höchstem Niveau.

Magenkarzinom

Trotz Rückgang der Anzahl an Neuerkrankungen an Magenkrebs in den letzten Jahrzehnten sind in Deutschland jährlich noch ca. 8.500 Menschen betroffen. Die Diagnose wird über eine Magenspiegelung mit Entnahme von Gebwebeproben gesichert, zur Einschätzung des Schweregrades der Erkrankung sind zusätzliche Untersuchungen (wie zum Beispiel der endoskopische Ultraschall) erforderlich, die sämtlich am Haus zur Verfügung stehen.
Die Behandlung des Magenkrebses wird stadienadaptiert durchgeführt. Bei Frühformen des Krebses kann eine alleinige Abtragung mittels Magenspiegelung (endoskopische Mukosaresektion) hinreichend sein, die in Koooperation mit der Klinik für Gastroenterologie ausgeführt wird. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren muss geprüft werden, ob eine Vorbehandlung vor der Operation mittels alleiniger Chemotherapie oder kombinierter Strahlen- / Chemotherapie sinnvoll ist. Auch nach der Operation kann eine
kombinierte Strahlen- / und Chemotherapie die Heilungschance deutlich verbessern. Alle diese wesentlichen Fragen werden unter Wertung des individuellen Erfordernisses in der wöchentlichen Tumorkonferenz mit allen in der Krebsbehandlung betrauten Fachdisziplinen erörtert und so ein detaillierter Behandlungsplan erstellt.
Ein wesentlicher Schritt der Behandlung stellt die komplette Entfernung des Magenkarzinoms dar, wobei sich das Ausmaß des Eingriffes an verschiedenen Faktoren ausrichtet. Am Mageneingang sitzende Tumoren können nur durch die vollständige Entfernung des Magens (Gastrektomie) erfolgreich behandelt werden. Liegt der Tumor nahe am Magenausgang, kann es möglich sein, einen Teil des Magens zu erhalten. In jedem Fall ist die Entfernung der regionären Lymphknoten erforderlich (sog. D2-Lymphadenektomie), die zwar die Heilungschance erhöht, jedoch der erfahrenen Hand bedarf, um nicht mit einem höheren Operationsrisiko einherzugehen.
Durch Anlage eines sog. Ersatzmagens versuchen wir zudem, die Folgeerscheinungen der Magenentfernung so gering wie möglich zu halten, so dass auch nach der Operation in aller Regel ein normales Leben gewährleistet ist.
Das Zusammenwirken dieser Behandlungsmöglichkeiten hat nach unserer Auffassung in den letzten Jahren dazugeführt, dass die früher nur in Ausnahmefällen heilbare Erkrankung Magenkrebs heute eine deutlich bessere Heilungschance aufweist.

Metastasen-Chirurgie

Das Auftreten von Tochtergeschwülsten bei bösartigen Tumoren, in aller Regel in der Leber oder der Lunge, war lange Zeit gleichbedeutend mit der Aufgabe der Heilungschance bei einer Krebserkrankung des Bauchraumes. Diese pessimistische Grundhaltung hat heute kaum noch Berechtigung, da Fortschritte in der Behandlung von fortgeschrittenem Krebs durch Chemotherapie und verbesserte Möglichkeiten der operativen Entfernung, vor allem in der Leberchirurgie, nun auch hier eine Heilungschance ermöglichen. Erfahrungen von großen Patientenserien zeigen klar an, dass bei Lebermetastasen eines Darmkrebses durch eine Kombinationsbehandlung aus Chemotherapie und Chirurgie Überlebensraten erreicht werden können, die früher undenkbar waren; ähnliche Erfahrungen stehen bei Lungenmetastasen zur Verfügung.
Zentrales Moment der erfolgreichen Behandlung ist in jedem Fall die detaillierte Abstimmung zwischen dem Chirurg und einem Onkologen, die in den Städtischen Kliniken in der wöchentlichen Tumorkonferenz vorgenommen wird.
Durch Verfügbarkeit modernster intraoperativer Technologie wie dem Einsatz des noch nicht flächendeckend zur Verfügung stehenden CUSA-Dissektors, einem Instrument zur selektiven, schonenden Lebergewebsdurchtrennung, oder der intraoperativen Radiojodfrequenzablation ist es möglich, auch bei Befall beider Leberlappen oder einer Vielzahl von Tochtergeschwülsten durch eine Leberteilentfernung Tumorfreiheit zu erzielen und so die Überlebenschancen zu verbessern. In diesem Kontext kann die sog. neoadjuvante Chemotherapie vor einer Operation eine herausragende Rolle spielen. Dies trifft auch für Tochtergeschwülste der Lunge zu.
Wir raten allen Betroffenen vor der definitiven Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Form der Therapie zur Einholung einer Zweitmeinung eines interdisziplinären Expertengremiums. Entsprechende Empfehlungen spricht unsere wöchentlich tagende Tumorkonferenz nach vorheriger Rücksprache gerne aus.

Hepato-Pankreo-Biliäre Chirurgie

Die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Leber, des Gallesystems und der Bauchspeicheldrüse haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer Subspezialität innerhalb der Viszeralchirurgie entwickelt; dies nicht nur wegen der engen anatomischen und physiologischen Verflechtungen der drei Organsysteme, sondern vor allem auch wegen Komplexizität der operativen Eingriffe, die daher einer besonders ausgewiesenen Hand bedürfen.
Die Chirurgie des Gallensteinleidens steht hier aufgrund ihrer Häufigkeit im Vordergrund. Gallensteine werden in Deutschland bei etwa 12% der Bevölkerung vorgefunden und sind harmlos, sofern sie keine Beschwerden verursachen. Treten jedoch Krankheitssymptome wie Oberbauchschmerzen oder gar Koliken auf, so muss die Gallenblase entfernt werden, um potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen vorzubeugen. Eine sinnvolle alternative Behandlung ohne Operation gibt es in aller Regel nicht.
Der Eingriff ist heute fast immer ohne einen längeren Hautschnitt unter Videokamerasicht möglich (sog. minimal-invasive Operation). Die Gallenblase wird hierbei über den Nabel entfernt. Diese sog. laparoskopische Cholecystektomie wird in den Städtischen Kliniken Mönchengladbach seit der ersten Stunde bei etwa 200 Patienten jährlich ausgeführt. Konventionelle Gallenblasenentfernungen über einen Hautschnitt sind nur noch im Ausnahmefall erforderlich.  Die Patienten profitieren von dem minimal-invasivem Eingriff durch weniger postoperative Schmerzen, eine raschere Rekonvaleszenz und ein günstigeres kosmetisches Ergebnis. Die stationäre Aufnahme erfolgt in aller Regel erst am Morgen des Operationstages, die Entlassung ist bereits nach 48 Stunden möglich.
Die Klinik nimmt an der externen Qualitätssicherungsmaßnahme der Qualitätssicherung NRW teil. Die jährlichen Ergebnisse der Abteilung, die auf Wunsch jederzeit eingesehen werden können, zeigen eine überdurchschnittliche Behandlungsqualität auf. Darüber hinaus können wir die Verweildauer im Krankenhaus durch eine gute Ablauforganisation des stationären Aufenthaltes gestalten. 
Sollten sich bereits Komplikationen des Gallensteinleidens eingestellt haben, so steht ein versiertes Ärzteteam aus Endoskopikern der Medizinischen Klinik und Chirurgen rund um die Uhr zur Verfügung, um auch Notfallsituationen zeitnah zu beherrschen.
Eingriffe an der Leber werden in aller Regel bei gut- oder auch bösartigen Tumoren ausgeführt. Hier geht es zunächst darum, unter Einsatz von modernen, am Haus zur Verfügung stehenden bildgebenden Untersuchungen und unter allen Fachdisziplinen zu überprüfen, ob ein Eingriff wirklich unvermeidbar ist; dies kann bei gutartigen Tumoren der Fall sein, bei Verdacht auf bösartiges Wachstum ist eine Operation die einzige Chance auf Heilung.
Eingriffe an der Leber können kompliziert sein, insbesondere weil die Leber sehr gut durchblutet ist. Durch Fortschritte in der Operationstechnik, vor allem durch Verwendung von aufwändigen Techniken der Lebergewebsdurchtrennung (CUSA- Cavitron Ultrasonic Aspirator), die nur wenigen Kliniken zur Verfügung stehen, sowie durch Einsatz des intraoperativen Ultraschalls ist es am Haus möglich, auch sehr problematisch gelegene Tumoren oder mehrere Tumoren sicher zu entfernen. Falls das verbleibende Restlebergewebe eine kritische Grenze zu unterschreiten droht, so kann sich die moderne Chirurgie eine Besonderheit des Lebergewebes zunutze machen: Nur das Lebergewebe kann „nachwachsen“, und diesen Umstand nutzen wir bei Bedarf vor einer Operation aus, um das verbleibende Lebergewebe durch geeignete Maßnahmen bereits vor der endgültigen Tumorentfernung zu vergrößern.  So ist die moderne, qualifizierte hepato-biliäre Chirurgie heute in der Lage, insbesondere bei den relativ häufigen Tochtergeschwülsten in der Leber Heilungsraten zu erzielen, die noch vor kurzem undenkbar waren.
Operationen an der Bauchspeicheldrüse werden vor allem wegen Krebs ausgeführt, an zweiter Stelle jedoch wegen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Hier sind die Betroffenen in erster Linie durch dauerhafte Schmerzen geplagt, die in schweren Fällen einer medikamentösen Behandlung nicht mehr zugänglich sind. Dann, und auch bei weiteren Komplikationen, kann einen Operation dauerhafte und verlässliche Linderung bzw. Beschwerdefreiheit ermöglichen. An den Städtischen Kliniken favorisieren wir Techniken, die die Schmerzen verursachenden Zonen der Bauchspeicheldrüse sanieren, funktionsfähiges Gewebe oder gar andere Organe unangetastet lassen (duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion nach Frey). So werden Auswirkungen auf den Blutzuckerstoffwechsel so gering wie möglich gehalten und die Sicherheit des Eingriffes auf höchstem Niveau garantiert.

Minimalinvasive Chirurgie

1973 wurde die erste Blinddarmentfernung ohne einen konventionellen Hautschnitt unter videoendoskopischer Sicht durch den Kieler Gynäkologen Semm ausgeführt, 1985 konnte in Böblingen die erste Gallenblase „laparoskopisch“ entfernt werden. Durch Weiterentwicklung der Operationstechnik ist es heute prinzipiell möglich, nahezu jede Bauchraum-Operation „minimal-invasiv“ auszuführen.
Die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie sind, unter Beachtung der individuellen Patientenbelange, in erster Linie in der rascheren Rekonvalenszenz, geringeren postoperativen Schmerzen und einem günstigeren kosmetischen Ergebnis zu sehen, so dass die laparoskopische Chirurgie heute bei vielen Eingriffen als Standard-Verfahren anzusehen ist.
An den Städtischen Kliniken Mönchengladbach wurde die laparoskopische Chirurgie von der ersten Stunde an konsequent verfolgt, und heute geben wir dieser minimal invasiven Chirurgie bei allen gutartigen, geplanten Eingriffen den Vorzug. Stehen der laparoskopischen Operation keine Hinderungsgründe entgegen, so wird die Operation ohne längeren Hautschnitt ausgeführt. Dies betrifft in erster Linie die Gallenblasenentfernung , die Hernienchirurgie , die Blinddarmentfernung, die Chirurgie bei Refluxerkrankung, bei Nebennierentumoren und weiteren, seltenen Erkrankungen. Bei bestimmten Notfall-Indikationen kann ebenfalls unter Verzicht auf die Bauchraum-Eröffnung vorgegangen werden (z. B. Blinddarmentfernung, Magendurchbruch).
Durch die durchweg hohe Operationsfrequenz mit über 500 minimal-invasiven Eingriffen pro Jahr steht ein versiertes Ärzteteam zur Verfügung, auch während der Notdienst-Zeit. Die modernste Ausstattung der Operationssäle mit HDTV-Technologie und Ultraschallskalpell schafft zusätzliche Patientensicherheit. Als erste Viszeralchirurgische Klinik in NRW verfügen wir über ein 3D-Videoendoskop, welches die Nachteile der zweidimensionalen Sicht des Operateurs bei der konventionellen Laparoskopie nivelliert. Für die Auswahl des geeignetsten Operationsverfahren ist jedoch das Gespräch mit dem Arzt unerlässlich.

Laparoskopische Darmchirurgie

Minimal-invasive Eingriffe sind in der jüngeren Vergangenheit auch am Dickdarm möglich, wobei diese Verfahren technisch anspruchsvoll sind und einer erfahrenen Hand bedürfen. An den Städtischen Kliniken Mönchengladbach werden laparoskopische Koloneingriffe seit über einem Jahrzehnt in großer Anzahl ausgeführt, so dass ein entsprechend erfahrenes Team zur Verfügung steht. Hierbei sind sowohl gut- als auch bösartige Geschwülste sowie entzündliche Darmerkrankungen zu nennen. Vorteilhaft sind u. a. die kleineren Hautschnitte, die nach der Operation geringeren Schmerzen und die raschere Rekonvaleszenz.
Der häufigste Anlass zur laparoskopischen Kolonresektion stellt die wiederholt auftretende Entzündung von Divertikeln des Schleifendarms dar (Sigmadivertikulitis). Etwa 4 – 6 Wochen nach Abklingen der akuten Sigmadivertikulitis muss bei einem bestimmten Schweregrad der Erkrankung eine Operation im symptom- und entzündungsfreien Intervall durchgeführt werden. Insgesamt werden vier kleine Schnitte am Bauch angelegt, um dann unter Kamerasicht mit einem Ultraschallmesser sehr blutarm den Darm freizupräparieren, bevor der Darm mit speziellen Klammernahtinstrumenten abgesetzt wird. Über einen ca. 6 – 7 cm langen Schnitt im linken Unterbauch wird der erkrankte Darmanteil entfernt, bevor die gesunden Enden unter Sicht der Kamera wieder miteinander verbunden werden. Auch endoskopisch nicht abtragbare Polypen sowie frühe Formen von Darmkrebs werden – dann allerdings nach den Radikalitätsprinzipien der onkologischen Chirurgie – minimalinvasiv operiert.
Aus dem Formenkreis der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind der Morbus Crohn sowie die Colitis ulcerosa zu nennen. Bei ersterer wird erkranktes Gewebe sehr sparsam reseziert, häufig um eine Engstelle zu beseitigen. Bei der Colitis ulcerosa kann bei Befall des gesamten Dickdarmes, die sog. restaurative Proktokolektomie, erforderlich werden. Dies kann in endoskopischer Technik für den Patienten weniger belastend als der konventionelle Eingriff sein, hier muss individuell entschieden werden. Eine entsprechende Therapieplanung findet in unserer interdisziplinären Sprechstunde „Entzündliche Darmerkrankungen“ statt, die gemeinsam durch Chirurgie und Medizinische Klinik betrieben wird.
Auch der sog. Rektumprolaps (Vorfall des Enddarmes) kann in dieser Technik behoben werden. Hierzu wird ein Teil des Schleifen- und Enddarmes reseziert, eine neue Darmverbindung in o. g. Weise hergestellt und der Enddarm am Kreuzbein fixiert, so dass kein neuerlicher Vorfall möglich ist (Resektionsrektopexie).
Aufgrund eines modernen perioperativen Konzeptes (fast track Chirurgie) ist die frühzeitige Nahrungswiederaufnahme und Mobilisation bei nahezu Schmerzfreiheit unter Peridualkatheter möglich. Das erlaubt den Patienten eine raschere Rehabilitation und damit auch frühere Entlassung ab dem 5. postoperativen Tag.

Laparoskopische Fundoplicatio

Gelegentliches Sodbrennen ist ein sehr häufiges Symptom, welches keiner dauerhaften Behandlung bedarf. Kommt dies jedoch gehäuft vor und wird die Lebensqualität nachhaltig eingeschränkt, kann daraus die Refluxerkrankung entstehen. Ursache hierfür ist eine Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels, meist bedingt durch einen Zwerchfellbruch, so dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann. Die Behandlung einer sog. Refluxösophagitis, also einer Entzündung der Speiseröhre durch Säureexposition, ist notwendig, da bei jahrelangem Reflux das Speiseröhren-Karzinomrisiko deutlich erhöht sein kann (sog. Barrett-Ösophagus).
Die Beschwerden äußeren sich durch Sodbrennen bzw. Schmerzen hinter dem Brustbein, häufiges Aufstoßen und Oberbauchschmerzen sind ebenfalls typisch. Nicht selten tritt eine chronische Heiserkeit durch eine Kehlkopfreizung auf. Durch den Übertritt von Magensäure in die Luftröhre kann es zu nächtlichen Hustenattacken kommen.
Zur Diagnosestellung und Therapieplanung sind verschiedene Untersuchungen erforderlich, dazu gehören die Magenspiegelung, eine Messung der Speiseröhrenfunktion (Manometrie) und eine Messung des Säuregehaltes in der Speiseröhre (pH-Metrie). Hierzu hat die Klinik für Gastroenterologie seit Jahren ein eigenes Funktionslabor eingerichtet, in dem wir diese Untersuchungen selbst durch entsprechend geschulte Mitarbeiter vornehmen können.
Die medikamentöse Therapie ist sehr effektiv. Mit Medikamenten (sog. Protonenpumpen-Hemmern) kann die Säureproduktion des Magens weitestgehend unterdrückt werden. Nachteilig ist, dass die Medikamente lebenslang eingenommen werden müssen, solange der Zwerchfellbruch und die Verschlussunfähigkeit des unteren Speiseröhenschließmuskels nicht beseitigt wird. Vor allem jüngere Patienten haben Bedenken hinsichtlich der Nebenwirkungen einer lebenslangen Therapie.
Durch eine Operation kann in den meisten Fällen ein effektiver Verschlussmechanismus geschaffen werden, der ein Zurücklaufen des Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert. Das weltweit am häufigsten durchgeführte Verfahren ist die sog. Fundoplicatio nach Nissen. Dabei wird ein Teil des oberen Magens um die Speiseröhre gelegt, so dass der untere Speiseröhrenschließmuskel verstärkt wird. Dieses verhindert, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Kombiniert wird dies mit Nähten am Zwerchfell, die den Zwerchfellbruch beseitigen. Dieser Eingriff kann heute laparoskopisch ohne längeren Hautschnitt mittels videoendoskopischer Sicht durchgeführt werden. Gerade hier ist der Einsatz der dreidimensionalen Videoendoskopie vorteilhaft. Die Patienten können am ersten Tag nach der Operation wieder normal essen und sind in der Regel beschwerdefrei. Der stationäre Aufenthalt beträgt nur 3 bis 4 Tage.

Von entscheidender Wichtigkeit ist die Entscheidung für oder wider einen operativen Eingriff, die an unserer Klinik im Rahmen einer gesonderten Sprechstunde interdisziplinär zwischen Chirurg und Gastroenterologen getroffen wird.

Minimal invasive, videoassistierte Thyreoidektomie, Parathyreoidektomie

Die minimal invasive, videoassistierte Schilddrüsenchirurgie (MIVAT) wurde 1998 erstmals durch den italienischen Chirurgen Miccoli in Pisa ausgeführt und wird seitdem zunehmend in Zentren mit Schwerpunktbildung Schilddrüsenchirurgie angewendet.
Hierbei kann, unter bestimmten Voraussetzungen, über einen kleinen, etwa 2,5 cm langen Hautschnitt am Hals unter Verwendung der videoendoskopischen Sicht an der Schilddrüse operiert werden. Bei Erfordernis ist es möglich, auch die gesamte Schilddrüse zu entfernen.
Diese Technik kommt in unserer Abteilung nicht nur bei Knotenbildungen der Schilddrüse, sondern auch bei Autoimmunerkrankungen wie dem Morbus Basedow zur Anwendung. Auch bei Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus) wird minimal-invasiv operiert. Die Sicherheit des Eingriffes ist die Gleiche, nur der Hautschnitt ist fast unsichtbar. Am Morgen des Folgetages nach der Operation kann die Klinik verlassen werden.

Minimalinvasive Therapie von Haemorrhoiden (THD)

Die Zivilisationskrankheit „Hämorrhoiden“ kommt durch eine Vergrößerung von Gefäßnetzen am Darmausgang zustande, die neben immer wiederkehrenden Blutungen auch erhebliche, oft quälende Beschwerden verursachen.
Sollte die nicht-operative Behandlung erfolglos sein, so werden die Hämorrhoidalknoten auch heute noch am häufigsten mittels Schere abgetragen. Dieser Eingriff zieht jedoch eine wochenlange Wundbehandlung mit erheblichen Schmerzen nach sich.
Als eine der weltweit ersten Kliniken hat sich unsere Abteilung gegen diese konventionelle Form der Chirurgie entschieden und bietet die sog. Transanale-Hämorrhoidalarterien-Defarterialisation als bessere Alternative an.
Diese Operationsmethode kommt ohne Schnitt aus und ist daher in der Regel schmerzfrei. Im Rahmen einer Enddarmspiegelung wird mit einem speziellen Proktoskop, in das ein Ultraschallkopf eingebaut ist, der Verlauf der Gefäße, welche die Hämorrhoiden speisen, erkannt. Durch ein seitliches Fenster des Proktoskopes werden diese Arterien im schmerzunempfindlichen Schleimhautbereich im Inneren des Enddarmes unterbunden. Durch die gedrosselte Blutzufuhr verkleinern sich die Hämorrhoidalknoten in der Folgezeit und die Beschwerden klingen ab. Unsere positiven Erfahrungen an fast 500 behandelten Patienten entsprechen australischen und japanischen Ergebnissen, wo das Verfahren schon in größerem Umfang angewandt wird.

Minimal-invasive Therapie des Enddarmkrebses – Transanal endoskopische Mikrochirurgie (TEM)

Enddarmtumoren können aufgrund ihrer Nähe zu dem vordringlich zu erhaltenden Schließmuskel in der Behandlung schwierig sein. Während fortgeschrittener Enddarmkrebs auch heute noch aus Gründen der Radikalität – und damit der Heilungschance – einer teilweisen oder kompletten Enddarmentfernung bedarf, ist dies bei örtlich begrenztem Tumor nicht erforderlich.
Den Städtischen Kliniken Mönchengladbach steht in diesem Fall als einem der wenigen Darmkrebs-Zentren eine moderne Operationstechnik, die sog. Transanal Endoskopische Mikrochirurgie (TEM) zur Verfügung. Diese ermöglicht es, große Vorstufen (Polypen) und Frühformen des Enddarmkrebses zu heilen, ohne die Bauchhöhle eröffnen zu müssen und ohne Teile oder den gesamten Enddarm zu entfernen. Einigen Patienten kann so bei gleicher Heilungschance eine aufwändige Operation oder gar die Anlage eines künstlichen Darmausganges erspart bleiben.
Mittels eines Spezialinstrumentariums (Operationsrektoskop) können unter videoendoskopischer Vergrößerung Tumoren des Enddarmes operiert werden. Durch Gasdehnung mit Kohlendioxid, einer Kaltlicht-Beleuchtung und den Vergrößerungseffekt des optischen Systems ist eine exakte, mikrochirurgische Präparation in der Schicht möglich.
Die TEM ist eine minimal-invasive Operationsmethode mit geringer Patientenbelastung und niedriger Komplikationsrate in erfahrener Hand. Nach der Operation ist der Patient nahezu schmerzfrei. Er kann am Operationstag aufstehen. Die Nahrungsaufnahme ist je nach Resektionstiefe ab dem 1. oder 3. postoperativen Tag möglich.

HernienchirurgieProktologische Chirurgie

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Endokrine Chirurgie

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Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Allgemein-, Viszeral- & Endokrine Chirurgie
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Telefon 02166 394-2065
Telefax 02166 394-2749
E-Mail allgemeinchirurgie@sk-mg.de

Prof. Dr. med. Olaf Horstmann, von sanego empfohlen

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